Akustik Salon: Die Vier von Acht mit leiseren Tönen

4 Mär

Beim Akustik Salon im Bachbett in München sind am vergangenen Freitag die Berliner Indiepopband „Do I smell Cupcakes?“ als Vorband sowie die Münchner Rockband ACHT mit Leadsänger Gil Ofarim und die Kapelle Weyerer aufgetreten.  Drei unterschiedliche Philosophien und Musikrichtungen vereint in akustischen Arrangements.

Das Bachbett selbst ist eine urige Keller-Location mit Flair im trendigen Münchner Glockenbachviertel. Seit gut einem Jahr setzt man hier schwerpunktmäßig auf Musik unterschiedlicher Genres, aber auch Theater und Lesungen stehen im abwechslungsreichen Programm. Im kleinen, intimen Rahmen mit ca. 100 Gästen verspricht der Akustik Salon einen intensiven Musikabend.

Wir waren besonders gespannt auf das Akustik-Set der Münchner Band ACHT. Normalerweise ist bei Konzerten mit dem Opener „Stell dir vor“ vom gleichnamigen Erstlingsalbum sofort klar, was vom Abend zu erwarten ist, nämlich Rock’n’Roll vom Feinsten mit deutschen Texten. Doch die Vier von ACHT überzeugen das Publikum mit ihren Songs auch in der etwas leiseren, akustischen Variante. Aufgereiht wie auf einer Showtreppe verteilen sich die Vier auf der stimmungsvoll beleuchteten Bühne. Stimmungsvoll und mitreißend stehen die Gitarren und die einfühlsam-raue Stimme von Sänger Gil im Vordergrund. Geboten werden eine gute Stunde lang bekannte Songs vom ersten Album, aber es gibt auch einen Vorgeschmack auf das zweite Album der Band, an dem laut Auskunft von Gil intensiv gearbeitet wird. Eine Veröffentlichung wird noch in diesem Jahr angestrebt. „Neuzeitstürmer“ wurde bei vergangenen Konzerten zwar schon gespielt, wurde aber für den Akustik Salon ganz neu arrangiert. Sehr eingängig auch die neuen „Unsichtbaren Bilder“ und als großartiger Höhepunkt die Nummer „Seid ihr dabei“ – das Publikum war dabei und rockte bereitwillig mit. (ima)

Video „Seid ihr dabei“

Ein paar Fotos:

Wer sich über die Location und die Bands informieren möchte:
Bachbett München,  ACHT, Kapelle Weyerer, Do I smell Cupcaces?

Weitere, sehr schöne Konzertfotos gibt es übrigens bei
eventphotos-and-more.de

Kinotipp: Ziemlich beste Freunde

2 Mär

Rund 6 Millionen Zuschauer können nicht irren – seit 7 Wochen führt der Film „Ziemlich beste Freunde“ (OT: Untouchables) nun die deutschen Kinocharts an.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Er erzählt die Geschichte von Philippe Pozzo di Borgo, der 1993 beim Paragliding abstürzte und sich dabei so schwer an der Wirbelsäule verletzte, dass er seitdem vom Hals abwärts querschnittgelämt ist und seinem Pfleger, Abdel Yasmin Sellou, der ihn 10 Jahre lang beinahe rund um die Uhr betreute. Die Verfilmung basiert auf der Autobiografie von Pozzo di Borgo, die er 2001 unter dem Titel Le second souffle (Der zweite Atem) in Frankreich veröffentlichte.

Ein Stoff, von dem man nicht vermuten würde, dass daraus eine der besten Komödien der Kinogeschichte werden könnte. Aber genau das ist dieser Film – er berührt einerseits durch die tragische Geschichte – gleichzeitig ist es ein fröhlicher Film, der einen zum Lachen bringt.

Wir empfehlen: Unbedingt anschauen!

 

Rahmenhandlung
Philippe (FRANÇOIS CLUZET) führt das perfekte Leben. Er hat eine Heerschar von Hausangestellten, er ist reich, adlig, gebildet, er sieht ganz gut aus – aber ohne fremde Hilfe geht nichts, denn Philippe ist vom Hals an abwärts gelähmt. Eines Tages taucht Driss (OMAR SY) in Philippes geordnetem Leben auf. Der junge Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde will eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Und warum benutzt Philippe eigentlich nie den großartigen Maserati, der abgedeckt auf dem Innenhof steht?
Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird…

Mouse au chocolat

1 Mär

Dumm gelaufen für Mickey Mouse. Da dachte Walt Disneys berühmte Comic-Figur, dass ihn auch in Deutschland alle lieben, doch damit hätte er nicht gerechnet! Was ist geschehen?

Beim Besuch einer idyllischen deutschen Kleinstadt begab sich Mr. Mouse in ein Straßencafé, um seinen Durst zu stillen. Er wusste nicht, dass sich der Küchenchef für diesen Tag eine ganz spezielle Nachtisch-Kreation vorgenommen hatte. Etwas Leckeres, Lockeres, Ungewöhnliches, das dem Gaumen schmeichelt und noch gänzlich unbekannt ist. Besagter Küchenchef wusste nicht, dass Mickey eine bekannte Persönlichkeit ist, ein Fiiiep – pardon, VIP natürlich – sozusagen. Er sah den Typen mit den großen Ohren und der schwarzen Knubbelnase und wusste: DER ist es!

Eine Stunde später – Mickeys große gelbe Treter standen an der Schwingtür zur Café-Küche, im Mülleimer daneben lugten zwei große, schwarze Ohren zwischen leeren Sahnebechern und Zuckertüten hervor. Schnell füllte  sich das Lokal, denn die Menschen waren neugierig auf die Nachspeise des Tages:

MOUSE AU CHOCOLAT.

Teneriffa – Geocaching statt Massentourismus

1 Mär

Geocaching – Wer diesem Hobby frönt, den zieht es ständig in die Natur, und zwar an meist versteckte oder ungewöhnliche Plätze. Und wer auch im Urlaub nicht darauf verzichten mag, der wird längst bekannte Reiseziele plötzlich mit ganz anderen Augen sehen.

Was, bitte, ist Geocaching eigentlich? Nun, eine moderne Art der Schnitzeljagd oder Schatzsuche. Auf der ganzen Welt verstecken Anhänger dieses Sports interessante Gegenstände an bestimmten Orten und geben die Koordinaten im Internet preis. Statt Landkarten nützt der Geocacher ein GPS-System, um die „Schätze“ zu heben. Mehr Infos zu diesem ungewöhnlichen Hobby gibt es HIER.

mosaicpunkt-Gastautorin Birgit ist selbst vom Geocaching-Virus befallen. Kein Wunder, dass sie auch im Urlaub auf Teneriffa die Finger nicht von ihrem Hobby lassen kann. Viel Spaß bei ihrem Bericht über ihren Teneriffa-Aufenthalt abseits der Strände.

Februar, Deutschland bei minus 20 Grad. Was gibt es Schöneres, als bei diesem ungastlichen Wetter dem deutschen Winter zumindest für eine Woche zu entfliehen, um an der kargen Südwest-Küste von Teneriffa das trockenere Wetter bei angenehmen Temperaturen zwischen 14 und 20 Grad zu genießen. Und weil wir vom Cache-Fieber befallen sind, haben wir die ausgetretenen Pfade verlassen und so die erstaunlichsten Plätze entdeckt.

Eine unserer Wanderungen führte uns ca. 20 Minuten lang durch einen dunklen Tunnel. Am Ende haben wir das sprichwörtliche Licht gesehen. Wir wurden mit einem gigantischen Ausblick auf den Risco Blanco belohnt. Natürlich waren wir auch im Naturpark rund um den Teide. Allerdings begnügten wir uns mit dem 2700 Meter hohen Montaña Blanca. Dort liegen „Lavaeier“ herum, die etwa fünf Meter hoch sind – und Caches liegen dort natürlich auch. Die Hinweise für die Suche lauten sinnigerweise meistens „unter Steinen“.

Auf unserer Jagd nach den verborgenen Caches stießen wir auf unglaublich viele verlassene Häuser, Höfe und Bauwerke – „lost places“ sozusagen. Im alten Pumpenwerk wohnte allerdings ganz unten noch jemand. Ein Staudamm, der nie betrieben wurde – gebaut, um zu verfallen. Aber frei begehbar – nicht abgesperrt wie hierzulande – mit zig Untergeschossen, undurchdringlich, gruselig wie Grabkammern. Es ging meterweit unter die Erde… HA! Wer bitte war schon Indiana Jones? Das hier war viel besser.

Ein weiteres Highlight: „Secret Windows“, ein Pfad an einem Hang, so steil und unwegsam, dass dieser nicht einmal für Bergziegen geeignet erscheint. Irgendwer hat dort eine mittlerweile alte Wasserleitung in den Hang getrieben. Teilweise konnte man auf ihr laufen, teilweise in ihr, teilweise neben dran. Streckenweise ging es durch Tunnel, in denen versteckte Fenster lagen. Wunderschön – und immer nah am gut 600 Meter steilen Abgrund. Der Weg erwies sich erstaunlicherweise aber immer als breit genug, so dass es nicht wirklich gefährlich war. Nur einfach unglaublich beeindruckend. Der Cache am Ende war da auf einmal völlig nebensächlich.

Eine Woche am Strand kann manchmal sehr lang dauern. Irgendwann wird einem das „In-der-Sonne-braten“ meist langweilig. Nicht so beim Cachen! Die Woche ging viel zu schnell vorüber. Am letzten Abend ging es nochmals einen steilen Hang hoch. Kargheit und Kakteen, so weit das Auge reicht. Das GPS sagt „rechts abbiegen“, das Auge sagt „Da hinauf? Never!“ Zum Glück siegt der innere Schweinehund nicht. Oben angekommen: alles grün, Kiefernwälder und ein Nadelteppich unter den Füßen. Der Cache heißt „Sunset“, weil er an eine Stelle führt, an der man zuschauen kann, wie die Sonne im Meer versinkt. Und das tat sie dann auch für uns in dem Moment, in dem wir den letzten Cache für diesen Urlaub gefunden hatten.

Reiseinformationen Teneriffa

Filmkritik: Die Rache der Wanderhure

29 Feb

2012 – Eigentlich ist sie ja gar keine Wanderhure mehr, sondern längst in den Stand der respektablen, verheirateten Kastellanin aufgestiegen. Doch die Vergangenheit holt die schöne Marie schnell wieder ein, denn der taffen jungen Mutti ist während des Kriegs der Ehemann abhanden gekommen, und während der langwierigen Suche nach dem von der Allgemeinheit für tot gehaltenen Gatten trifft Marie auch ihren Erzfeind Ruppertus wieder, den sie einst auf den Scheiterhaufen gebracht hat.

Soweit, so gut. Oder eben auch nicht. Denn was ein mitreißendes Sittengemälde des Spätmittelalters hätte werden können, funktioniert nur bedingt im langatmig inszenierten Film mit Alexandra Neldel in der Titelrolle. Zugegeben: Die Schauspielerin macht eine gute Figur, doch warum in Dreiteufelsnamen wurden ihr Klamotten verpasst, die zwar auf jeder Kostümparty für positives Aufsehen sorgen würden, in einem Film, der ernst genommen werden will, jedoch höchst fehlplatziert wirken? Wenn sie sich gegen Ende des Streifens auf den Gaul schwingt, fällt der Stoff an den Knien auseinander und entblößt ein nacktes Bein, das auch Oscar-Tantchen Angelina Jolie – neuer Spitzname: „naked knee“ – neidisch machen würde. Also sowas! Da wäre die gute Marie in der guten alten Zeit doch glatt wegen Unsittlichkeit verhaftet worden! Überhaupt hat man streckenweise das Gefühl, dass die Protagonistin den halben Film hindurch entweder zu Pferde durch eine saftige mitteleuropäische Wald- und Wiesenlandschaft reitet oder von irgendeinem Schurken oder sogar einer Frau sexuell bedrängt wird. Einmal Hure – immer Hure, so hat’s im Film den Anschein, auch wenn es Marie diesesmal gelingt, ihre Ehre wehrhaft zu verteidigen. Ach ja, kämpfen kann sie auch, und das noch besser als die meisten Männer. Anders kann man es sich nicht erklären, dass die Lady es fast problemlos schafft, sich hinter die feindlichen Linien durchzuschlagen, um ihren Michel zu finden.

Ihr männlicher Gegenpart, ihr Gemahl Michel, sorgt indes dafür, dass die Damenwelt nicht zu kurz kommt. Schon ein Schnuckelchen, der Junge, der vor seiner Laufbahn als Schlossverwalter im Fitness-Studio daheim gewesen zu sein scheint. Er strotzt nur so vor Muckis und Testosteron und weiß auch beides einzusetzen. Während Marie aufopferungsvoll durch Europa irrt, ist Michel verwirrt: Nach einem bedauerlichen Kopfschuss aus einem frühzeitlichen Schussapparat wacht er mit Gedächtnisverlust auf und darf sich erstmal vom mongolischen Gastkrieger die richtige Kampfsporttechnik beibringen lassen. Das gefällt dessen Lehnsherrn und auch der dazu gehörenden blutjungen Tochter, die natürlich bildhübsch, gescheit und scharf auf Michel ist. Glücklicherweise trifft Marie just in dem Moment ein, als Michel kurz vor der Entjungferung der holden Maid steht, und verhindert den nicht wissentlich begangenen Ehebruch. Nebenbei rettet sie dann sogar noch den mittelalterlichen Weltfrieden.

Michel kehrt mit Marie in die heimatlichen Gefilde zurück, darf noch kurz den kämpfenden Heroen geben und feststellen, dass er amnesiebedingt seinen besten Freund abgemurkst hat, bevor sich alles zum Guten wendet und das Historienspektakel karamellbonbonsüß auf einer sommerlichen Wiese mit der Vereinigung von Mama, Papa und Kind endet. Ein bisschen viel für einen Fernsehabend unter der Woche. Uff.