Teneriffa – Geocaching statt Massentourismus

1 Mrz

Geocaching – Wer diesem Hobby frönt, den zieht es ständig in die Natur, und zwar an meist versteckte oder ungewöhnliche Plätze. Und wer auch im Urlaub nicht darauf verzichten mag, der wird längst bekannte Reiseziele plötzlich mit ganz anderen Augen sehen.

Was, bitte, ist Geocaching eigentlich? Nun, eine moderne Art der Schnitzeljagd oder Schatzsuche. Auf der ganzen Welt verstecken Anhänger dieses Sports interessante Gegenstände an bestimmten Orten und geben die Koordinaten im Internet preis. Statt Landkarten nützt der Geocacher ein GPS-System, um die „Schätze“ zu heben. Mehr Infos zu diesem ungewöhnlichen Hobby gibt es HIER.

mosaicpunkt-Gastautorin Birgit ist selbst vom Geocaching-Virus befallen. Kein Wunder, dass sie auch im Urlaub auf Teneriffa die Finger nicht von ihrem Hobby lassen kann. Viel Spaß bei ihrem Bericht über ihren Teneriffa-Aufenthalt abseits der Strände.

Februar, Deutschland bei minus 20 Grad. Was gibt es Schöneres, als bei diesem ungastlichen Wetter dem deutschen Winter zumindest für eine Woche zu entfliehen, um an der kargen Südwest-Küste von Teneriffa das trockenere Wetter bei angenehmen Temperaturen zwischen 14 und 20 Grad zu genießen. Und weil wir vom Cache-Fieber befallen sind, haben wir die ausgetretenen Pfade verlassen und so die erstaunlichsten Plätze entdeckt.

Eine unserer Wanderungen führte uns ca. 20 Minuten lang durch einen dunklen Tunnel. Am Ende haben wir das sprichwörtliche Licht gesehen. Wir wurden mit einem gigantischen Ausblick auf den Risco Blanco belohnt. Natürlich waren wir auch im Naturpark rund um den Teide. Allerdings begnügten wir uns mit dem 2700 Meter hohen Montaña Blanca. Dort liegen „Lavaeier“ herum, die etwa fünf Meter hoch sind – und Caches liegen dort natürlich auch. Die Hinweise für die Suche lauten sinnigerweise meistens „unter Steinen“.

Auf unserer Jagd nach den verborgenen Caches stießen wir auf unglaublich viele verlassene Häuser, Höfe und Bauwerke – „lost places“ sozusagen. Im alten Pumpenwerk wohnte allerdings ganz unten noch jemand. Ein Staudamm, der nie betrieben wurde – gebaut, um zu verfallen. Aber frei begehbar – nicht abgesperrt wie hierzulande – mit zig Untergeschossen, undurchdringlich, gruselig wie Grabkammern. Es ging meterweit unter die Erde… HA! Wer bitte war schon Indiana Jones? Das hier war viel besser.

Ein weiteres Highlight: „Secret Windows“, ein Pfad an einem Hang, so steil und unwegsam, dass dieser nicht einmal für Bergziegen geeignet erscheint. Irgendwer hat dort eine mittlerweile alte Wasserleitung in den Hang getrieben. Teilweise konnte man auf ihr laufen, teilweise in ihr, teilweise neben dran. Streckenweise ging es durch Tunnel, in denen versteckte Fenster lagen. Wunderschön – und immer nah am gut 600 Meter steilen Abgrund. Der Weg erwies sich erstaunlicherweise aber immer als breit genug, so dass es nicht wirklich gefährlich war. Nur einfach unglaublich beeindruckend. Der Cache am Ende war da auf einmal völlig nebensächlich.

Eine Woche am Strand kann manchmal sehr lang dauern. Irgendwann wird einem das „In-der-Sonne-braten“ meist langweilig. Nicht so beim Cachen! Die Woche ging viel zu schnell vorüber. Am letzten Abend ging es nochmals einen steilen Hang hoch. Kargheit und Kakteen, so weit das Auge reicht. Das GPS sagt „rechts abbiegen“, das Auge sagt „Da hinauf? Never!“ Zum Glück siegt der innere Schweinehund nicht. Oben angekommen: alles grün, Kiefernwälder und ein Nadelteppich unter den Füßen. Der Cache heißt „Sunset“, weil er an eine Stelle führt, an der man zuschauen kann, wie die Sonne im Meer versinkt. Und das tat sie dann auch für uns in dem Moment, in dem wir den letzten Cache für diesen Urlaub gefunden hatten.

Reiseinformationen Teneriffa

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