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Eine Reise durch Westeros

2 Mai

2018 – NORDIRLAND – Belfast ist eine Reise wert – und dient zugleich als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung. In dieser Hinsicht hat der Besucher das Glück, dass Nordirland nicht allzu groß ist und mit wunderschöner Landschaft, langer Küstenlinie und ganz besonderen Zielen aufwarten kann. Besonderer Tipp: Mal auf den Spuren des Fantasy-Epos „Game of Thrones“ wandeln. Aber Achtung: Spoileralarm für alle, die die Serie noch nicht ganz gesehen haben!

Eins steht bei der Buchung unserer Belfast-Reise gleich mal fest: Wenn schon Nordirland, dann wollen wir auch auf den Spuren der HBO-Serie „Game of Thrones“ wandeln. Das Epos wurde überwiegend in den „Titanic Studios“ in Belfast und in der schönen irischen Landschaft gedreht – ein „Best of“ dieses einmaligen Landstrichs, könnte man sagen.

Drei Touren stehen beim Top-Anbieter „Game of Thrones Tours“ zur Wahl. Wir entscheiden uns für die Tour zu den „Eiseninseln“. Und so starten wir an einem hochnebligen Morgen Mitte April um 8 Uhr mit dem Bus in unser Abenteuer. Mit uns fahren weitere Thronies, die aus aller Herren Länder angereist sind: China, England, USA, Frankreich… und natürlich unser Tourguide Thorn, der aussieht wie ein waschechter Wikinger (oder Wildling) mit seinem langen Bart und dem Zopf, der ihm über den seitlich kahlrasierten Schädel fällt. In der Tat: Thorn ist in seiner Freizeit Mitglied einer Wikinger-Living-History-Gruppe und wurde dank seines Aussehens auch prompt als Statist für „Game of Thrones“ angeheuert.

Zu unserem großen Glück entpuppt sich Thorn auch als eloquenter Guide, der uns auf der Fahrt mit kleinen Anekdoten aus der Welt des Films unterhält und nebenbei einige Geschichten aus Nordirlands Vergangenheit und Sagenwelt auf Lager hat. Es geht raus aus der Stadt und an der Küste entlang. Die Causeway Coastal Route gilt als eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Vorbei geht die Fahrt am imposanten Carrickfergus Castle, einer Burg im normannischen Baustil. Hier fand George Martin Gerüchten zufolge das Vorbild für das Geschlecht der Lannisters – ja, hier geht es schließlich um „Game of Thrones“! Auch „die Mauer“ ist kurz aus dem Busfenster zu sehen. Anhalten dürfen wir an dieser Stelle nicht, da sich in der Vergangenheit zu viele Auffahrunfälle durch Thronies ereignet haben.

Glencoy ist Braavos! Hier kletterte Arya nach einer Messerattacke wieder an Land.

Erster Stopp ist der malerische kleine Hafen Glencoy. Hier wurde die Szene gedreht, in der die Stark-Tochter Arya nach einer fiesen Messerattacke und anschließendem Fall ins Hafenbecken über eine kleine Natursteintreppe wieder an Land klettert. Drei Tage à sechs Stunden habe man die nur wenige Sekunden dauernde Szene gedreht, erfahren wir. Das arme Kind – selbst im Sommer weist der Nordatlantik hier trotz Golfstrom keine kuscheligen Temperaturen auf. Einige unserer Mitreisenden schießen lustige Selfies, dann geht die Fahrt weiter.

Der Eingang zur Cusheden Cave.

Nächster Stopp: Melisandres Höhle. Wir erinnern uns an die „Rote Priesterin“, die gerne auch mal ihr unbequeme Menschen abfackelt und schließlich den Top-Konkurrenten ihres Wunschkönigs Stannis Baratheon, nämlich dessen Bruder Renley, auf fiese Weise aus dem Weg schafft – mit Hilfe eines in eben dieser Höhle geborenen Schattenbabys. Bei Tageslicht wirkt die Höhle nicht wirklich furchteinflößend, aber imposant. Wellen klatschen wild zwischen den Felsen ans Ufer, und fast meint man, das Boot mit Sir Davos und Melisandre käme gleich um die Ecke gerudert. Unser Guide erzählt uns, dass die Gesteinsart der Höhle etwas ganz Besonderes sei – der Location Scout, der sie gefunden hat, wurde sicher dafür gelobt.

In schwindelerregender Höhe geht es über die Carrick-a-rede-rope-bridge.

Schon jetzt hat uns die spektakuläre Landschaft zwischen schroffen grünen Hügeln und atemberaubender Küstenlinie in ihren Bann geschlagen – eine Serie, die hier gedreht wird, muss ja zum Erfolg werden, ist quasi ein Selbstläufer. Doch es kommt noch besser: Die Carrick-a-Rede-Rope-Bridge naht! Wir wandern rund zehn Minuten an der Küste entlang bis zum Eingang zu der Seilbrücke, die ursprünglich von Fischern gespannt wurde, um zur vorgelagerten Insel – Carrick-a-Rede – zu gelangen. 20 Meter lang ist die solide wirkende Brücke, 30 Meter tief ist der Abgrund darunter, wo die Gischt durch die Felsen brodelt. Wider Erwarten macht es uns aber gar nichts aus, das Gebilde zu überqueren, im Gegenteil: Ich zumindest wäre gerne nochmal drübergelaufen und hätte mir die Sache gerne noch in Ruhe angeschaut. Die Seilbrücke in der HBO-Serie ist übrigens nur ein Nachbau, der im Studio stand, erfahren wir. Praktisch – sonst hätte man dieses Ausflugsziel während der Dreharbeiten wohl sperren müssen. Gleich auf der anderen Seite der Straße liegt übrigens Renleys Feldcamp, wo sich Brianne von Tart im Kampf gegen Renleys Lover Ser Loras beweist und erste Kontakte zu Catelyn Stark knüpft.

Willkommen auf den Eiseninseln: Ballintoy Harbour.

Immer wieder mal gesperrt wegen Filmaufnahmen wird die Gegend um den urwüchsigen, pittoresken Ballintoy Harbour, der sich ganz in der Nähe der Seilbrücke befindet. Hier landet Theon Graufreud bei seiner Rückkehr auf die Eiseninseln an und trifft auf seine Schwester Yara. Der Ort fährt alles an Charme-Offensive auf, was die nordirische Küste zu bieten hat: malerisches Hafenbecken, feiner Sandstrand, wilde Wellen, imposante Klippen… und als wäre das nicht genug, öffnen Thorn und Busfahrer Paul ihre „Zauberkisten“, die den ganzen Weg von Belfast im Gepäckraum des Busses mitgereist sind. Partytime! Jeder schnappt sich ein Kostüm und verwandelt sich in einen Eisenmann beziehungsweise eine Eisenfrau. Dazu gibt’s echte, wenn auch etwas rostige Schwerter und Flügeläxte.

Im Vorfeld wurde daheim in Deutschland heftig darüber diskutiert, ob man „diesen Hokuspokus“ mitmachen wird. Der Tenor: „Wir sind doch nicht bescheuert! Auf keinen Fall!“ Soweit die Theorie. In der Praxis reihen wir uns flugs ein, um ein passendes Kostüm zu ergattern. Die Männer prüfen mit grenzdebilem Lächeln im Gesicht ihre Waffen und beginnen schon mal mit den Showkämpfen. Unser Guide macht ein Gruppenbild, alle schreien: „Für Yara!“ Klar, wer will schon ein Anhänger des Fieslings Euron sein! Ich wende mich an Thorn und meine fast schon entschuldigend: „Ich komme mir vor wie ein Nerd.“ Der grinst nur. „Wenn Du hier bist, musst Du das einfach machen.“ So ist es. Mir doch wurscht, was andere denken! Hier macht jedenfalls jeder mit, und Zuschauer gibt es (zum Glück) keine.

fullerton-door

Tür Nummer sechs: den Drachen gewidmet.

Mittagspause. Wir kehren ein im „Fullerton Arms“. Dort hat man den Ansturm von 30 Buspassagieren schon erwartet – unser Guide hat das Essen nach Wahl vom Bus aus vorbestellt, und die freundlichen Bedienungen servieren das Essen im Handumdrehen. Die Qualität ist gut, und innerlich nimmt man sich schon vor, beim nächsten Nordirlandbesuch hier nochmals einzukehren. Beim nächsten Besuch? Ja, klar. Schon jetzt weiß man, dass man wiederkommt. Mit mehr Zeit im Gepäck, um all die schönen Fleckchen in Ruhe zu erkunden. Das „Fullerton Arms“ kann übrigens mit einer der zehn bekannten „Game of Thrones“-Türen aufwarten, die man in nordirischen Pubs verteilt findet. Die Geschichte dahinter: Im Januar 2016 fielen zwei Bäume der „Dark Hedges“, einem weiteren Drehort, dem Sturm „Gertrude“ zum Opfer. Aus dem Holz der Bäume wurden zehn Türen geschnitzt, die Motive aus der Serie zeigen. Tür Nummer sechs im „Fullerton Arms“ ist den Drachen gewidmet.

Unsere nächste Station hat ausnahmsweise nichts mit der Serie zu tun. Dennoch ist der „Giant’s Causeway“ ein Ort, den man einfach nicht auslässt, wenn man schon in der Gegend ist, finden die Veranstalter – zu Recht. Zwar haben wir nicht viel Zeit, doch für einen Spaziergang vom Visitor Center hinab zu der bizarren Gesteinsformation mit über 40.000 Basaltsäulen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Auch wenn Geologen das Phänomen auf schnell abkühlende Lava zurückführen – wir hören doch lieber die Sage des irischen Riesen Fionn, der sich mit dem schottischen Benandonner zoffte, woraufhin dieser den Causeway schuf, um trockenen Fußes übers Meer zu gelangen.

Mystisch trotz Asphalt und Touristen: die „Dark Hedges“.

Unsere Tour ist fast zu Ende. Doch ein Highlight erwartet uns noch: die „Dark Hedges“, die zwar nur einen kurzen, aber einprägsamen Auftritt in „Game of Thrones“ haben: Sie stellen ein Stück des Königswegs dar, der sich von Königsmund bis an die Mauer zieht. Die mystisch gewachsenen Alleebäume haben trotz des Asphalts auf dem Boden und den Touristen dennoch die gleiche Strahlkraft wie auf den zahlreichen Fotos, die von ihnen mittlerweile im Netz kursieren. Und Thorn erzählt uns nebenbei, dass er in der Szene, in der Arya nach der Ermordung ihres Vaters durch König Geoffry aus der Hauptstadt flüchten muss, auch zu sehen ist: als Bauer, der neben dem Weg auf dem Feld arbeitet.

Auf der Rückfahrt sind im Bus alle recht schweigsam. Die Eindrücke wirken nach, und die gute frische irische Luft macht wohl auch müde. Eins eint uns aber sicherlich: Der Trip durch Westeros, beziehungsweise sein Alter ego Nordirland, hat sich gelohnt. Und wird es wieder tun – der nächste Urlaub ist in Planung, und die Stadt lassen wir dann einfach außen vor. (bb)

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Aktueller Buchtipp: Die Fäden des Glücks

16 Apr
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(c) imaphoto

2018 – Letzte Woche durften wir die Buchpremiere von Julia Fischers Roman „Die Fäden des Glücks“ auf ihrer ersten Lesung erleben. Die Autorin nimmt uns mit auf eine kleine Stoffreise nach Turin, wo ihre Protagonistin Carlotta Calma einen maigrünen Faden durch die sinnliche und gefühlvolle Geschichte spinnt. Die passende Dekoration mit Turin-Panorama, Stoffen und einem opulenten blauen Kleid sowie das zauberhafte Gastgeschenk – ein silberner Fingerhut mit Glitzerstaub – stimmen perfekt auf die Lesung ein. Julia Fischer versteht es, die Zuhörer mit ihrem gekonnten Vortrag – sie ist nicht nur Autorin, sondern auch seit vielen Jahren feste Stimme des Bayerischen Rundfunks – ins Zentrum der Geschichte hineinzuziehen. Man sieht die Figuren förmlich vor sich und möchte das Buch unbedingt sofort (weiter)lesen. (ima)

Inhaltsangabe des Knaur-Verlags zu „Die Fäden des Glücks“ von Julia Fischer: „Ein zauberhafter Sommer-Roman von der Autorin und Sprecherin Julia Fischer über große Gefühle, Italien, die große Liebe und die große Oper. Sie kennt die Magie opulenter Stoffe und leuchtender Farben: Carlotta Calma, Damenschneiderin in Turin, hat sich ganz der subtilen Kunst verschrieben, Menschen durch Kleidung zu verändern, so wie ihre Mutter, Gewandmeisterin an der Turiner Oper. Carlotta entwirft Kleider für jede Lebenslage und stickt heimliche Botschaften unters Futter, die ihre Kundinnen auf eine Reise zu sich selbst schicken sollen. Denn für Carlotta ist eines klar: Es gibt keine hässlichen Frauen, jede Frau ist auf ihre Art schön und begehrenswert. Auch Carlotta hat sich seit ihrer Jugend verändert, ist vom hässlichen Entlein zu einer barocken Schönheit geworden. Ihr Jugendschwarm Daniele ist fasziniert von ihr, und sie glaubt sich am Ziel ihrer Träume. Doch ist der Schwarm von einst wirklich ihre große Liebe?“

Wonderful Wild – Südafrika

10 Apr

 

Gesa Neitzel, die Autorin des wunderbaren Buches „Frühstück mit  Elefanten“ war kürzlich auf Lesereise in Deutschland. Weil die Autorin in diversen Talkshows so faszinierend von ihrem neuen Leben im südafrikanischen Busch erzählte, musste ich das Buch natürlich unbedingt lesen, und ich war begeistert. Gesa Neitzel nimmt den Leser mit auf ihre Abenteuer, die sie während der Ausbildung zur Safari-Rangerin in Afrika erlebte. Eine sehr unterhaltsame, kurzweilige und auch lehrreiche Lektüre.

Zum Inhalt: „Gesa Neitzel wagt sich von Berlin in den Busch. Ihr Ziel: die Ausbildung zur Safari-Rangerin in Afrika. Das bedeutet fast ein Jahr in einfachen Zeltlagern. Ohne Internet, ohne Badezimmer, ohne Türen ― dafür aber mit Zebras, Erdferkeln und Skorpionen. Die Ausbildungsinhalte bestehen aus Fährtenlesen, Überlebenstraining, Schießübungen. Wie schlägt sich eine junge Frau in dieser fremden Welt? Kann sie sich auf ihre Instinkte verlassen? Funktionieren die eigentlich noch? Sie erzählt von atemberaubenden Begegnungen mit Elefanten und Löwen, vom Barfußlaufen durch die Savanne, von langen Nächten unterm Sternenhimmel ― und von einem Leben, das endlich richtig beginnt.“ (Quelle: Amazon.de)

Mittlerweile arbeitet Gesa Neitzel zusammen mit ihrem Freund Frank als Rangerin in Südafrika. Über ihre Ausflüge in die faszinierende Tierwelt berichten die beiden wöchentlich in der Video-Reihe „SAFARI SUNDAYS“ auf YouTube. (ima)

Gesa Neitzels Blog  |  Facebook | Instagram | YouTube | Safari Frank

(Vor)Weihnachtliche Lesevergnügen

13 Nov

Gibt es etwas Schöneres, als es sich an einem trüben Wintertag mit einem Buch, einem Tee, Kakao oder wahlweise einem Glas Wein gemütlich zu machen? Perfekt, wenn eine (vor)weihnachtliche Story beim Lesen für die Einstimmung auf das Fest sorgt.  Aus den vielen Neuerscheinungen habe ich sechs besonders schöne Romane ausgesucht.

buch 01Chiaras Leben ist ein Scherbenhaufen, ihr Mann hat sie wegen einer „Sanfteren“ verlassen, die Zeitung, für die sie schreibt, hat ihre wöchentliche Kolumne eingestellt und zu allem Übel naht auch noch das Weihnachtsfest. Die Römerin ist verzweifelt, und als ihre Therapeutin ihr den ungewöhnlichen Rat gibt, sich jeden Tag zehn Minuten lang mit etwas zu beschäftigen, das sie noch nie zuvor getan hat, lässt sie sich zunächst nur widerwillig und äußerst skeptisch auf dieses Experiment ein. Doch mit jedem Selbstversuch, von harmlos (pinkfarbener Nagellack) bis herausfordernd (im Weihnachtsmannkostüm öffentlich singen) erweitert sich ihr Blick auf die Welt, wie sie sich außerhalb ihres eigenen Kummers dreht. Das „Zehn-Minuten-Projekt“ von Chiara Gamberale ist ein humorvoller, manchmal sogar weiser Adventkalender, der den Wert von Freundschaft in den Mittelpunkt stellt.

Buch 02Auch die Münchner Autorin Christine Grän, bekannt durch ihre Anna-Marx-Krimis, erzählt ihren Roman „Sternstr. 24“ wie einen Adventkalender. Natürlich kann man ihn in einem Rutsch lesen, aber wenn man möchte, kann man sich vom ersten Dezember bis zum Heiligen Abend jeden Tag eine Geschichte über ein Haus in Schwabing zu Gemüte führen und sich häppchenweise von den kleinen und großen Tragödien und Komödien im Leben der sehr unterschiedlichen Bewohner unterhalten lassen. Ob Ökofamile, Künstlerehepaar, Jugendliche mit unterirdischem Sprachschatz oder verblühende Schönheiten…am Ende liebt man sie alle und wird sich einmal mehr bewusst, dass Aufmerksamkeit und Zuneigung wertvolle Geschenke sind, nicht nur zur Weihnachtszeit.

buch 03Allerdings ist Kelley Quinn der Meinung, dass seine Frau dem Weihnachtsmann zu viel Aufmerksamkeit schenkt. Als er sie mit „Santa Claus“ im Bett erwischt, hat sich seine Ehe mit Mitzi erledigt. Und das am Tag vor Weihnachten, dem Fest der Liebe! Die Leserin hält das nicht für einen großen Verlust, denn Mitzi ist ihr nicht sympathisch. Wohl aber Kelleys Ex-Frau, mit der er drei Kinder hat… Alle Romane der amerikanischen Autorin Elin Hilderbrand spielen auf der kleinen Insel Nantucket, die vor der amerikanischen Ostküste liegt. Dieses Ambiente, wo jeder jeden kennt, sorgt für ein kuscheliges Wohlfühlerlebnis, und man kann, gemütlich in eine Decke gekuschelt, miterleben, wie Kelleys Weihnachten doch noch schön wird und „Winterglanz“ verbreitet.

buch 04Für die junge Londoner Cafébesitzerin Bea droht das kommende Weihnachtsfest schwierig zu werden, denn sie wird es zum ersten Mal alleine mit ihrem kleinen Sohn verbringen müssen. Um dem zu entgehen, lädt sie kurzerhand Freunde, Nachbarn und Stammgäste ein, mit ihr zusammen im Honey Pot Café zu feiern. Die Vorbereitungen für die Party sind turbulent und werden von Amy Silver hinreißend geschildert, und ihr Roman hieße wohl kaum „All I want for Christmas is you“, wenn sich für die charmante Wirtin nicht am Ende doch noch ein weihnachtliches Liebeswunder einstellen würde.

buch 05Auch Verbrecher machen vor dem Fest der Liebe nicht halt. Seit mehr als 20 Jahren ist „Schlaf‘ in himmlischer Ruh“ mein allerliebster Weihnachtskrimi, den ich jedes Jahr zusammen mit der Dekokiste und den Weihnachts-CDs herauskrame. Leider war das Buch lange nicht lieferbar, weswegen mich die hübsche Neuausgabe der beiden Weihnachtskrimis von Kult-Autorin Charlotte MacLeod im DuMont-Verlag überaus erfreute. Unter dem Titel „Mord in stiller Nacht“ kann man jetzt nicht nur die zum Schreien komischen Vorkommnisse im landwirtschaftlichen Balaclava-College verfolgen und miterleben, wie Professor Peter Shandy zum Detektiv wider Willen wird, sondern bekommt als Zugabe „Kabeljau und Kaviar“, eine besonders witzige Episode ihrer Boston-Krimis mitgeliefert. Zum Entdecken, zum Wiederlesen und zum Verschenken für alle Freunde des „cosy crime“.

Buch 06Es ist DAS Weihnachtslied überhaupt, in zig Sprachen übersetzt und in unzähligen Aufnahmen verfügbar. Und auch wenn es zuweilen bis zum Überdruss aus allen Lautsprechern dudelt, ist und bleibt es doch der emotionale Höhepunkt der Christmette und das schönste Lied, das eine Familie unter dem Tannenbaum gemeinsam singen kann – „Stille Nacht“. Titus Müller erzählt in seiner warmherzigen Art von der Geburtsstunde dieses Liedes 1818 im österreichischen Oberndorf. Wie es dazu kam, dass Hilfspfarrer Joseph Mohr und Lehrer Franz Xaver Gruber aus der Not heraus ihre Komposition in einer dunklen Kirche und nur mit Gitarrenbegleitung uraufführen mussten, ist nicht nur eine ergreifende Story, sondern auch ein spannendes Stück Musikgeschichte. Die hübsche Aufmachung des kleinen Buches in Blau und Silber macht es auch zu einem idealen Geschenk. (sst)

Bibliographie:
1. Chiara Gamberale: Das Zehn-Minuten-Projekt. Bloomsbury ISBN 978-3- 8270-1262-3
2. Christine Grän: Sternstr. 24. Ars Vivendi ISBN 978-3-86913-574-8
3. Elin Hilderbrand: Winterglanz. Goldmann ISBN 978-3-442-48359-4
4. Amy Silver: All I want for Christmas. rororo TB ISBN 978-3-499-27191-5
5. Charlotte MacLeod: Mord in stiller Nacht. DuMont. ISBN 978-3-8321-6342-6
6. Titus Müller: Stille Nacht. Adeo ISBN 978-3-86334-074-2

Das Copyright an den Cover-Bildern liegt beim jeweiligen Verlag.

All You Need Is Love

15 Mai

Unsere Buchexpertin Susanne empfiehlt…
Teil 4: Neue Liebesromane

 

Buch 01 Eva Baronsky: Manchmal rot
Die schwarz arbeitende Putzfrau Angelina erleidet in der Wohnung des reichen Wirtschaftsanwalts Christian einen Stromschlag und verliert ihr Gedächtnis. Gute Gelegenheit für beide, sich neu zu erfinden. Moderne, kitschfreie Variation der Aschenputtel-Geschichte.
Aufbau Verlag |  ISBN 9783351034160

 

 

Buch 02Lissa Evans: Miss Vee
1940 –  Als die Luftangriffe der Deutschen beginnen, werden die Londoner Kinder evakuiert. Der ruhige und altkluge Noel kommt in den Haushalt der chaotischen Vera „Vee“ Sedge. Ein ergreifendes Buch über den Wert von Familie und einem Zuhause, auch wenn man gar nicht miteinander verwandt ist.
List Verlag | ISBN 9783471351178

 

 

Buch 03Antoine Laurain: Liebe mit zwei Unbekannten
Eine Goldschmiedin wird überfallen und ausgeraubt. Am nächsten Morgen findet ein Buchhändler ihre Tasche und versucht anhand der Gegenstände, die sich darin befinden, die Besitzerin ausfindig zu machen. Eine zauberhaft-charmante Liebesgeschichte mit viel Pariser Flair.
Atlantik Verlag | ISBN 9783455600179

 

 

Buch 04Antonia Michaelis: Das Institut der letzten Wünsche
Mathilda und Ingeborg sind von ihrem Job als Ärztin frustriert und gründen ein Institut, das Sterbenden „letzte Wünsche“ erfüllt. Ein schwieriges, tabuisiertes Thema wird hier in einen berührenden Roman verpackt, der zum Lachen und Weinen bringt und in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.
Droemer Verlag | ISBN 9783426653654

 

 

Buch 05Mamen Sánchez: Die schönste Art, sein Herz zu verlieren
Atticus, jüngster Spross einer englischen Verlegerfamilie, soll in Madrid die unrentable, spanische Dependance des Imperiums auflösen. Doch die fünf Redakteurinnen lassen sich etwas einfallen, um ihren Arbeitsplatz zu retten. Eine amouröse und amüsante Story, in der unterkühlte Engländer mit feurigen Spaniern kollidieren.
Thiele Verlag |  ISBN 9783851792874

 

Das Copyright an den Cover-Bildern liegt beim jeweiligen Verlag.

 

 

 

 

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