Tag Archives: Glosse

Exklusiv: Das Dschungelcamp aus der Sicht von Gastkolumnistin Kiki

15 Jan

Eigentlich, so dachten wir, könnte das Niveau nicht mehr unterschritten werden: Doku-Soaps mit Fremdschäm-Faktor, Bohlens Supersternchen-Arena, und dann natürlich das Dschungelcamp. Halbnackte Tatsachen, peinliche Wahrheiten, die am Lagerfeuer dank Mikros und versteckter Kamera ans Licht der Öffentlichkeit kommen, und jede Menge tierischer Ekelkomponenten, bei deren Einsatz in Good Old Germany schon längst die Tierschutzbehörde auf die Barrikaden gegangen wäre.

Doch siehe da: Es geht noch was. Die aktuelle Staffel des Dschungelcamps hat tatsächlich Unterhaltungswert! Ein dauerkotzendes Modell, ein Schlagersänger, der seine Fahne… pardon, seine Eier in den Wind hängt, und ein Superstar-Anwärter, der bei aller Naivität den Beschützerinstinkt im Zuschauer weckt. Unsere Gastkolumnistin Kiki hat den Montagabend in ihre ganz eigenen und exklusiv für unsere Leser gereimten Worte zusammengefasst. Freut Euch darauf! Und los geht’s:

Tag 4:

Am Tage vier der Nordsee-Klaus
hängt seinen Arxxx und Glocken raus.
Er dreht sich um, dann zieht er blank,
es baumelt seine Samenbank.

Am Abend herrscht erneute Not:
Zur Prüfung ging das Dschungelbrot.
Bei Georgi wurde Food geordert,
doch war „Miss Günstig“ überfordert.

Sie läuft im Rad und dreht und dreht,
was, weil es stinkt, so gar nicht geht.
Die Grillen zirpen ihr im Haar,
wo vorher schon ‚ne Made war.

Wohin sie faßt, sie schreit und quiekt,
weil es in ihrer Hose piekt.
Ganz kurz muss sie sich fokussieren,
dann geht sie sich gescheit blamieren.

Ein Fellbikini und 3 Sterne
sind der Gewinn: So hamwer’s gerne.
Das Camp ist wenig hingerissen,
man fühlt sich wieder angeschissen.

Was wär heut‘ noch erwähnenswert…
die Georgi ist so liebenswert,
man wird sie immer wieder wählen,
sich durch die Prüfungen zu quälen…

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Zum Muttertag…

13 Mai

Schenkt mir bloß nichts zum Muttertag! Und vor allem keine Blumen… Diesen Warnschuss kriegen meine drei Männer (einer geheiratet, die beiden anderen selbst gemacht) jährlich vor den Bug. Ist doch wahr: Das ganze Jahr über darf sich frau mit dreckigen Socken in allerlei Ecken herumschlagen, sich über leere Bonbonpapiere und unaufgeräumte Zimmer ärgern und permanent um ein bisschen Mithilfe im Haushalt betteln.

Und dann, am Muttertag, soll alles eitel Sonnenschein sein? Praktischerweise schlägt der Nachwuchs-Erzeuger vor, „doch mal gemütlich Essen zu gehen“. Klar – das ganze Jahr über kocht Mama, und an ihrem Ehrentag bleibt der Herd dann aus und die Küche kalt. Schon praktisch, gell? Nö danke, nicht mit mir.  Einige Jahre lang habe ich mich pflichtschuldigst über im Kindergarten und in der Grundschule gebastelte Staubfänger gefreut, habe selbst gemalte, abstrakt anmutende bunte Gemälde aus Fingerfarben und Wachskreide stolz an die Wand geheftet und mich ordnungsgemäß umarmen lassen.

Dann folgte eine Phase, in der die Kinder erkannt hatten, dass Basteln Zeit und Geschenke Geld kosten und Mama sich sowieso mehr über ideelle Werte freut. Die Früh-Teenager stellten sich den Wecker und veranstalteten um 7 Uhr morgens einen Heidenradau in der Küche, unterbrochen nur von vorsichtigem Klopfen an der Schlafzimmertür: „Mama, wo finde ich das Kaffeepulver?“ – „Mama, wie lange müssen Eier kochen?“ Um 8 Uhr war die Bescherung angerichtet und die Eltern wurden prompt aus ihren Träumen gerissen – ade, langes Ausschlafen am Muttertag! Dafür war der Nachwuchs stolz auf den gedeckten Tisch und hatte einen Grund, sich anschließend vor dem Abräumen zu drücken…

An diesem Muttertag nun habe ich mir vorgenommen, einfach zu genießen. Keine Blumen, keine Geschenke, keine Hilfe. Frühstück habe ich selber gebastelt, nachdem ich ausnahmsweise mal bis halb zehn ausschlafen konnte. Anschließend wurden die Trikots der kompletten B-Jugend-Mannschaft gewaschen und in den Wind gehängt. Der Nachmittag gehört mir: Ab ins Freibad! Bei 14 Grad Außen- und 25 Grad Wassertemperatur macht das sogar noch dem Teenager-Sohn Spaß. Der Ältere gratuliert auf dem Weg von der Freundin zum Fußballspiel zu Mamas Ehrentag. Immerhin hat er Zeit, den Eisbecher zu vertilgen, den Muttern für jedes Familienmitglied zubereitet hat.

Während ich tief zufrieden im Schwimmbad meine 50-Meter-Bahnen ziehe und beim Kraulen die Sonne zwischen den Wolken hervorspitzt, fällt mein Blick auf meinen neben mir schwimmenden Sohn. Die Leidenschaft fürs Wasser hat er von mir geerbt. Eine Welle des Glücks schwappt über mich hinweg. Ich bin stolz – stolz darauf, zwei Kinder geboren und gemeinsam mit meinem Mann großgezogen zu haben. Zu sehen, wie beide glücklich sind und ihren Weg ins eigene Leben schaffen – das ist für heute mein schönstes Muttertagsgeschenk. Wer will da schon Blumen…

Königin der Straße

17 Mrz

Man könnte mich die Königin der Straße nennen. Seit weiß Gott wie vielen Jahren habe ich keinen Unfall verursacht, obwohl ich viel mit dem Auto unterwegs bin. Okay, zugegeben: Mit 18, kurz nach dem Führerschein, hat’s zweimal gerumpelt. Rückwärts einparken lag mir damals halt nicht sonderlich (hat sich bis heute nicht geändert), und das zweite Mal musste ich dummerweise im Stop-and-Go niesen, was der Stoßstange meines Vordermanns nicht gut tat, denn das dem „HA“ folgende „TSCHIII“ lief konform mit einem Tritt aufs Gaspedal. Zum Glück war das noch mit dem Auto meiner Eltern, und da diese anschließend merkwürdigerweise ihre Karre gar nicht mehr so gern in Töchterchens Hand gaben, schaffte ich mir ein eigenes Vehikel an. Einen schönen, alten, eierdottergelben Ascona mit Sportschaltung und antiquiertem Soundsystem.

Ab da war es vorbei mit den blöden Blechschäden. Schon toll, oder? Von wegen „Frauen können nicht Autofahren“ und derlei dumme Sprüche. Doch meine sorgsam aufgebaute Fassade der perfekten Fahrerin bekommt Risse. Seit mein Sohn selbst unter die Führerschein-Bewerber gegangen ist, wird Theorie gepaukt. „Mama, hat die Straßenbahn generell Vorfahrt?“ Ööööh… wie war das doch gleich? „Wenn ich aus dem Schrittgeschwindigkeitsbereich rausfahre, gilt dann auch rechts vor links?“ Hmmm… ich würde sicherheitshalber doch lieber warten. Trotzdem: Das sind Einzelfälle, Fallstricke, doch immerhin hab ich meine Theorieprüfung anno Tobak mit null Fehlerpunkten geschafft! Nun hat der Junge keine Ankreuz-Übungsbögen mehr und auch kein Buch, aus dem er lernt. Nein, im Jahr 2012 bekommt die Generation 16 plus ein Smartphone-artiges Lernprogramm aufs Auge gedrückt, auf dem sie mit einem Plastikstäbchen rumdrücken dürfen.

Ich mach’s kurz. Ich wollte es wissen: Schaffe ich die Theorieprüfung immer noch fehlerfrei? Großzügig überlässt mir der Spross seinen Theorie-Trainer und stellt ihn auf „Probeprüfung“. Es ist wie bei „Wer wird Millionär“: Es kommen einfach die falschen Fragen. Der elektronische Prüfer rechnet, und ich überlege, ob ich wohl bestanden habe.

„Sie haben 18 Fehlerpunkte.“ Doof gelaufen. Mein Sohn lacht. Und ich fürchte, demnächst werde ich auf den Beifahrersitz verwiesen. Zumindest, bis der Sohn zum ersten Mal rückwärts einparken will…

Wenn der Schnecken-Checker mit dem Fahrrad auf Beutefang geht

14 Mrz

Heute schon geärgert? Nein, noch nicht? Na, ein guter Anlass wären sicherlich die Spritpreise. Die sind immer zum Ärgern gut. Jeden Morgen fahre ich an der Tankstelle am Kreisverkehr vorbei, dann wieder in der Mittagspause, auf dem Weg zurück zur Arbeit und am Abend wieder heimwärts.

7 Uhr: Preis für 1 Liter Super = 160,9

Verflixt, warum ist da der Neuner hinten dran? Wem taugt der eigentlich? Könnten die nicht gleich 161 schreiben??? Naja, vielleicht geht der Preis ja noch runter…

13 Uhr: Preis für 1 Liter Super = 163,9

Mist, jetzt hätt ich Zeit, aber DAS ist mir zu teuer!!!

14.30 Uhr: Preis für 1 Liter Super = 161,9

Warum, zum Geier, stauen sich die Autos jetzt bis in den Kreisverkehr rein??? Haben die alle den Tank leer? Sooo günstig ist das doch nicht. Die sollten lieber morgens um 7 Uhr kommen…

18 Uhr: Preis für 1 Liter Super = 165,9

Klaro. Feierabendzeit ist Hauptsaison. Herzlichen Dank! Zum Glück reicht mein Sprit noch.

Früher hatte das stetige Auf und Ab an der Zapfsäule wenigstens noch einen gesundheitlichen Effekt, denn zum Umstellen der Preise musste der Tankstellenverkäufer ne Leiter holen, zur Anzeige raufklettern und manuell umstellen. Das brachte wenigstens drei Minuten an der frischen Luft und Cellulite vernichtende Bewegung. Naja, und ab und zu ein gebrochenes Bein, wenn einer runterflog. Heute drückt der Tankwart aufs Knöpfchen an der Kasse, und schwupps: Der Kunde darf sich (meistens) ärgern.

Apropos ärgern: Das tun die meisten, wenn sie dieser Tage tanken gehen. Typisch Deutsch, übrigens. Im restlichen Europa nimmt man die Spritpreise eher mit Schulterzucken hin. Aber wir, wir echauffieren uns erstmal kräftig und verlangen eine Erhöhung der Kilometerpauschale. Naja, ich täte die ja auch sofort nehmen. Schon übel, die Sache mit den Preisen. Mein nächstes Auto sollte daher höchstens noch drei oder vier Liter schlucken. Was manchen Weizenbier-Fans übrigens auch zu empfehlen wäre. Als Großfamilie mit Riesenvan ist man natürlich aufgeschmissen. Da geht das Kindergeld dann für die Servicetouren zum Fußballturnier und zum Kieferorthopäden drauf. Kein Wunder, dass die Deutschen sich entschlossen haben, langsam auszusterben! Aber DAS findet man noch in keiner statistischen Erhebung: Den Zusammenhang zwischen Spritpreisen und Geburtenrate.

Letztendlich sind sich aber bis auf die Ultra-Ökos alle einig: Der Sprit ist zu teuer, und sowieso im Land der Autoliebhaber schlechthin. Ich meine: Was ist ein Mensch schon ohne Auto? Noch dazu, wenn es sich um ein männliches Exemplar handelt? Der Aufreißer und Mega-Checker, der auf dem Fahrrad die Straße entlangrollt, den Ghetto-Blaster auf den Gepäckträger geschnallt, statt in der Angeber-Karre mit Breitreifen und Heckspoiler langsam am Bordstein entlang zum Schnecken-Checken vorbeizuheizen? Lächerliche Vorstellung, oder? Ganz zu schweigen von der Armada berufstätiger Singles und Familienmenschen, für die der Weg zum ach so schönen Supermarkt auf der grünen Wiese mit einem Mal schier unerreichbar wird! Man stelle sich vor: Zu Fuß und mit dem Einkaufskorb bewaffnet wie einst Oma Erna auf dem Lande, wollen diese nicht mehr motorisierten Horden nun umme Ecke im Tante-Emma-Laden einkaufen, nur um festzustellen, dass Tantchen schon vor 20 Jahren mangels Kundschaft schließen musste…

Aber keine Sorge: Noch ist es nicht soweit! Denn solange die Leute am Sonntagmorgen noch die 300 Meter zum Bäcker mit dem Auto fahren, können sie sich den Sprit auch noch leisten. Also ist die ganze Meckerei umsonst… bedenklich wird es erst, wenn wir für Strecken unter zwei Kilometer wieder das Fahrrad ausmotten oder anfangen, Busfahrpläne zu studieren. Bis dahin: Alles im grünen Bereich.

Mouse au chocolat

1 Mrz

Dumm gelaufen für Mickey Mouse. Da dachte Walt Disneys berühmte Comic-Figur, dass ihn auch in Deutschland alle lieben, doch damit hätte er nicht gerechnet! Was ist geschehen?

Beim Besuch einer idyllischen deutschen Kleinstadt begab sich Mr. Mouse in ein Straßencafé, um seinen Durst zu stillen. Er wusste nicht, dass sich der Küchenchef für diesen Tag eine ganz spezielle Nachtisch-Kreation vorgenommen hatte. Etwas Leckeres, Lockeres, Ungewöhnliches, das dem Gaumen schmeichelt und noch gänzlich unbekannt ist. Besagter Küchenchef wusste nicht, dass Mickey eine bekannte Persönlichkeit ist, ein Fiiiep – pardon, VIP natürlich – sozusagen. Er sah den Typen mit den großen Ohren und der schwarzen Knubbelnase und wusste: DER ist es!

Eine Stunde später – Mickeys große gelbe Treter standen an der Schwingtür zur Café-Küche, im Mülleimer daneben lugten zwei große, schwarze Ohren zwischen leeren Sahnebechern und Zuckertüten hervor. Schnell füllte  sich das Lokal, denn die Menschen waren neugierig auf die Nachspeise des Tages:

MOUSE AU CHOCOLAT.

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