Daniel Wirtz: Zwischen Soundrebell und Songpoet

11 Mär

Manche Songs lassen uns aufhören. Nicht, weil sie sofort ins Ohr gehen und sich gefällig dort festkuscheln, weil wir sie ohne Nachdenken mitsummen können und sie uns in ein musikalisches Nirvana des Wohlgefühls versetzen, sondern weil sie eine Botschaft haben. Eine Botschaft, die wir manchmal selbst nicht auf Anhieb verstehen, sondern uns Stück für Stück erarbeiten müssen. Wenn das geschieht, entdecken wir eine neue Welt, eine unbekannte Insel im Alltag des Daseins.

In diesem Fall heißt die Insel im Ozean der Weltmusik Daniel Wirtz. Der ehemalige Sub7even-Sänger singt seit Beginn seiner Solo-Karriere Deutsch, hat vor einigen Monaten sein drittes Album „Akustik Voodoo“ auf den Markt geworfen und fasziniert mit seiner Ausdrucksweise, die teils rau und schonungslos klingt, aber dabei immer ins Zentrum des Menschens führt und damit auf ungeheuer wuchtige Art und Weise berührt.

Wirtz scheint ein Widerspruch in sich selbst zu sein; eine der letzten verbliebenen Bastionen von Musikern, die Musik machen, um zu überleben – nicht im kommerziellen Sinne, sondern weil es ihnen ein inneres Bedürfnis ist, ihre Seele zu entleeren, sich den Ballast von der Seele zu werfen, ohne dass es jemals auch nur annähernd anbiedernd oder kitschig wirkt. Dafür sorgen schon die harten Riffs exzellent gespielter Gitarren und ein Sound, der den unruhigen Pulsschlag des Herzens nachzuvollziehen scheint, die Getriebenheit eines Menschen, der immer weiter seinen Weg geradeaus geht, ohne ein echtes Ziel zu haben außer dem, authentisch zu bleiben und seine musikalische Message unters Volk zu bringen.

Was auf CD (11 Zeugen, Erdling und oben schon genannte Akustik Voodoo) schon äußerst intensiv klingt, kommt live mit doppelter Wucht beim Zuhörer an. Wirtz redet nicht viel auf der Bühne, sondern geht ganz in seiner Musik auf. Ein Selbstverständnis, dass die Band, die mit ihm auf der Bühne steht, aus demselben Holz geschnitzt ist.

Die Songs von Daniel Wirtz handeln von Drogensucht, Enttäuschung, dem Kampf mit den eigenen inneren Dämonen, der Suche nach Liebe, Geborgenheit und echter Freundschaft. Richtig warm ums Herz wird einem dabei nicht, doch wer sich mit sich selbst auseinandersetzen kann und will, wer sich in den Lyrics wiederfindet und auf melodischen Rock meilenweit abseits radiotauglicher Mainstream-Plärre steht, sollte auf der Hut sein: Es besteht Suchtpotential.

Wirtz live:

Montag, 12. März 2012: Oldenburg, Kulturtage
Dienstag, 13. März 2012: Lübeck, Riders
Donnerstag, 15. März 2012: Dresden, Beatpol
Freitag, 16. März 2012: Glauchau, Alte Spinnerei
Samstag, 17. März 2012: Magdeburg, Feuerwache

Balderschwang: Einfach mal die Seele baumeln lassen

11 Mär

Es gibt Tage, an denen einfach alles schiefläuft. An denen im Büro die Hölle losbricht, das Telefon ununterbrochen klingelt, die Kinder nerven und das Auto nicht anspringt. Das Wetter ist trüb, die Stimmung auch. Am liebsten würde man flüchten…

Warum eigentlich nicht? Eine kurze Auszeit vom Alltag kann manchmal Wunder bewirken. Wer im Süden wohnt, hat es oft nicht weit in die Berge. Also nix wie los und Koffer packen – das Wellness-Paradies liegt quasi um die Ecke und lädt zu einer kleinen Auszeit ein.

Wie wäre es zum Beispiel mit Balderschwang? Die an der Grenze zu Österreich liegende Ortschaft trägt den Titel, mit 1044 Meter ü.N. die am höchsten gelegene Ortschaft Deutschlands zu sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, Balderschwang anzufahren. Entweder man kurvt von der deutschen Seite aus über prachtvoll geschwungene, teils enge Serpentinen in die Höhe, oder man reist über Hittisau in Österreich an. Der Ort am Fuß des Riedberghorns liegt idyllisch, ruhig und ist nichts für Party-Touristen.

Im Balance-Resort „Ifenblick“ im Ortsteil Gschwend zum Beispiel versteht man unter „Animation“ geführte Wandertouren oder Yoga. Aufdringliche Animateure mit Rundum-Beschäftigungsdrang sucht man glücklicherweise vergebens. Wer einfach nur ausspannen und relaxen will, ist hier genauso richtig wie Wanderwütige, denn direkt vor dem Haus verläuft ein Wanderweg, der sowohl für nette Spaziergänge taugt als auch als Einstieg in anspruchsvolle Touren. Zwischen Kühen mit der obligatorischen Glocke um den Hals, den Bergen auf der einen und dem breiten, saftigen Tal auf der anderen Seite, führt der Weg durch würzige Bergluft durch den Tobel bis zur Ortsmitte von Balderschwang, doch auch dort kommt kein Großstadt-Hektik-Feeling auf. Statt Plastikramsch kann man auf den umliegenden Bauernhöfen selbst gemachten Bergkäse kaufen und gerauchte Wurst.

Der Wechsel der Jahreszeiten verläuft in dem langgestreckten Bergdorf oftmals schnell und extrem: Am einen Tag scheint die Sonne, am nächsten fällt schon Schnee. Während im Tal während des Herbstes zähe Nebelschwaden die Stimmung drücken, können Stressgeplagte zwischen Bergen, Wäldern und Wiesen aufatmen und selbst im Spätherbst noch wärmende Strahlen nützen – im Umkehrschluss kann einen aber auch schon Anfang Oktober die weiße Pracht erwischen.

Im Winter überlässt man den Ort und das Hotel also lieber getrost den Skifahrern. Zwischen Mai und Oktober jedoch eignet sich das „Ifenblick“ in Balderschwang ideal für die kleine Auszeit zwischendurch. Und das ist nicht zuletzt der Philosophie der Besitzerfamilie Meyer zu verdanken.

Im Hotel verwöhnt der Küchenchef die Gäste im neu umgebauten Speisesaal mit regionalen Spezialitäten vom Büffet, und wer sich etwas besonders Gutes tun möchte, kann sich nach dem „Metabolic Balance“-Prinzip beköstigen lassen. Im Wellness-Bereich des Hotels sorgen ein neuer Saunabereich mit großem Ruheraum und ein großes, wenn auch schnörkelloses Hallenbad für den zusätzlichen Abbau von Stress. Wem das nicht genug ist, der kann bei Massage und speziellen Bädern entspannen. Die Zimmer sind meist großzügig und nach Süden ausgerichtet, mit Balkon und Blick übers Tal. „Selfness“ lautet das Zauberwort für die Besucher: Wer an einer geführten Wanderung teilnehmen möchte, kann dies tun. Wer Yoga in der Gruppe üben will, für den gilt das Gleiche. Wer einfach nur für sich sein will, hat ebenfalls die Möglichkeit dazu. Das Personal des Ifenblicks steht zur Verfügung, drängt sich aber nicht auf. So findet man Zeit, um ausgiebig in einem der Bücher aus der offen zugänglichen Hotelbibliothek zu schmökern – im Wellness-Bereich, auf der Sonnenterrasse oder im großzügigen Wintergarten. Oder eine Runde zu schwimmen, während andere durch die Bergwelt marschieren. Einen Abstecher nach Österreich „um die Ecke“ zu unternehmen oder glücklichen Kühen auf der Weide zuzuschauen.

Und schon nach zwei Tagen fühlt man sich entschleunigt und erfrischt.

Hier geht’s zum Balance-Resort Ifenblick

Musik-Tipp: Max Buskohl „NO MORE BAD DAYS“

6 Mär

Max Buskohl? Ja, genau der, der bei DSDS damals vorzeitig ausgestiegen ist. Knapp zwei Jahre nach der Auflösung seiner Indie-Band Empty Trash erscheint am 16. März seine erste Single „No More Bad Days“.

Wir finden, das klingt sehr gut und vielversprechend. Genauso wie der Song „I think you’re wrong“, den es auf seiner Facebook-Seite als Free Download gibt. Und im Mai soll dann das Album „Sidewalk Conversation“ folgen.
Man darf gespannt sein.

Aus dem Pressetext von Universal Music„Endlich kann ich heute richtig machen, was ich damals falsch gemacht habe“, kommentiert Max Buskohl lächelnd sein Solodebüt „Sidewalk Conversation“. Ein Album, auf dem sich der mittlerweile 23-jährige Berliner erstmals von einer weitgehend unbekannten Seite zeigt: Als zum charismatischen Poprock-Frontmann gereifter Vollblutkünstler, der mit dem einstigen „Deutschland sucht den Superstar“-Aussteiger kaum mehr etwas gemein hat. „Das hier bin ich. Und nur ich!“ 

Max über „No More Bad Days“: „Ein unfassbar großartiger Song, reine Energie! Es geht darum, Angst zu haben, alles falsch zu machen. Die Angst, es zu machen wie deine Eltern, oder Angst nicht genug getan zu haben. Generell alles macht einem Angst und es gilt, dies zu überwinden.“

Akustik Salon: Die Vier von Acht mit leiseren Tönen

4 Mär

Beim Akustik Salon im Bachbett in München sind am vergangenen Freitag die Berliner Indiepopband „Do I smell Cupcakes?“ als Vorband sowie die Münchner Rockband ACHT mit Leadsänger Gil Ofarim und die Kapelle Weyerer aufgetreten.  Drei unterschiedliche Philosophien und Musikrichtungen vereint in akustischen Arrangements.

Das Bachbett selbst ist eine urige Keller-Location mit Flair im trendigen Münchner Glockenbachviertel. Seit gut einem Jahr setzt man hier schwerpunktmäßig auf Musik unterschiedlicher Genres, aber auch Theater und Lesungen stehen im abwechslungsreichen Programm. Im kleinen, intimen Rahmen mit ca. 100 Gästen verspricht der Akustik Salon einen intensiven Musikabend.

Wir waren besonders gespannt auf das Akustik-Set der Münchner Band ACHT. Normalerweise ist bei Konzerten mit dem Opener „Stell dir vor“ vom gleichnamigen Erstlingsalbum sofort klar, was vom Abend zu erwarten ist, nämlich Rock’n’Roll vom Feinsten mit deutschen Texten. Doch die Vier von ACHT überzeugen das Publikum mit ihren Songs auch in der etwas leiseren, akustischen Variante. Aufgereiht wie auf einer Showtreppe verteilen sich die Vier auf der stimmungsvoll beleuchteten Bühne. Stimmungsvoll und mitreißend stehen die Gitarren und die einfühlsam-raue Stimme von Sänger Gil im Vordergrund. Geboten werden eine gute Stunde lang bekannte Songs vom ersten Album, aber es gibt auch einen Vorgeschmack auf das zweite Album der Band, an dem laut Auskunft von Gil intensiv gearbeitet wird. Eine Veröffentlichung wird noch in diesem Jahr angestrebt. „Neuzeitstürmer“ wurde bei vergangenen Konzerten zwar schon gespielt, wurde aber für den Akustik Salon ganz neu arrangiert. Sehr eingängig auch die neuen „Unsichtbaren Bilder“ und als großartiger Höhepunkt die Nummer „Seid ihr dabei“ – das Publikum war dabei und rockte bereitwillig mit. (ima)

Video „Seid ihr dabei“

Ein paar Fotos:

Wer sich über die Location und die Bands informieren möchte:
Bachbett München,  ACHT, Kapelle Weyerer, Do I smell Cupcaces?

Weitere, sehr schöne Konzertfotos gibt es übrigens bei
eventphotos-and-more.de

Kinotipp: Ziemlich beste Freunde

2 Mär

Rund 6 Millionen Zuschauer können nicht irren – seit 7 Wochen führt der Film „Ziemlich beste Freunde“ (OT: Untouchables) nun die deutschen Kinocharts an.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Er erzählt die Geschichte von Philippe Pozzo di Borgo, der 1993 beim Paragliding abstürzte und sich dabei so schwer an der Wirbelsäule verletzte, dass er seitdem vom Hals abwärts querschnittgelämt ist und seinem Pfleger, Abdel Yasmin Sellou, der ihn 10 Jahre lang beinahe rund um die Uhr betreute. Die Verfilmung basiert auf der Autobiografie von Pozzo di Borgo, die er 2001 unter dem Titel Le second souffle (Der zweite Atem) in Frankreich veröffentlichte.

Ein Stoff, von dem man nicht vermuten würde, dass daraus eine der besten Komödien der Kinogeschichte werden könnte. Aber genau das ist dieser Film – er berührt einerseits durch die tragische Geschichte – gleichzeitig ist es ein fröhlicher Film, der einen zum Lachen bringt.

Wir empfehlen: Unbedingt anschauen!

 

Rahmenhandlung
Philippe (FRANÇOIS CLUZET) führt das perfekte Leben. Er hat eine Heerschar von Hausangestellten, er ist reich, adlig, gebildet, er sieht ganz gut aus – aber ohne fremde Hilfe geht nichts, denn Philippe ist vom Hals an abwärts gelähmt. Eines Tages taucht Driss (OMAR SY) in Philippes geordnetem Leben auf. Der junge Mann, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde will eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick eignet sich das charmante Großmaul aus der Vorstadt auch überhaupt nicht für den Job als Pfleger. Doch seine unbekümmerte, freche Art macht Philippe neugierig. Spontan engagiert er Driss und gibt ihm zwei Wochen Zeit, sich zu bewähren. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, feiner Zwirn und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Und warum benutzt Philippe eigentlich nie den großartigen Maserati, der abgedeckt auf dem Innenhof steht?
Es ist der Beginn einer verrückten und wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird…