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Urlaub im Ferienhaus – Frust oder Lust

21 Aug

Wer war nicht schon einmal enttäuscht vom gebuchten Ferienhaus? Vielleicht stimmte die Lage nicht oder man fühlte sich in der zusammengewürfelten, bereits ein wenig abgewohnten Einrichtung, die viele Ferienhäuser leider aufweisen, einfach nicht zuhause. Wer ein Faible für schicke Möblierung und moderne Architektur hat, der tut sich schwerer, etwas Passendes für den Urlaub zu finden – aber es ist nicht unmöglich. Es gibt sogar eine Seite im www, die uns  solche gesammelten Schätze präsentiert.

2007 begann der Hannoveraner Architekt Jan Hamer eigene, glückliche Urlaubsdestinationen zu sammeln. Weil immer mehr Freunde und Bekannte und auch deren Bekannte Insidertipps von ihm haben wollten, entschied er sich schließlich, seine Empfehlungen ins Internet zu stellen.
Zu finden auf „urlaubsarchitektur.de“ sind tatsächlich einzigartige Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Hotels. Derzeit präsentiert die Website rund 160 anspruchsvolle und dennoch bezahlbare Unterkünfte in 14 europäischen und vier außereuropäischen Ländern, in wunderbaren Gegenden, von Nord nach Süd und von Ost nach West – und ständig werden es mehr.

La Bandita, Alpenblicke, Seehaus Ahrenshoop, Borgo Tranquillo – schon die Namen machen Lust auf Urlaub. Wir empfehlen: Einfach mal auf der Homepage stöbern. (ima)

Fietsen in den Niederlanden

14 Jun

Unsere Gastautorin Gisela Goblirsch-Bürkert war mit dem Fahrrad in Holland unterwegs. Ihre Erkenntnis: Um es mit Obelix zu sagen: „Wie ist Holland?“ – „Flach!“ Es ist also ideal für ungeübte Radler. Und es ist leicht zu erreichen. Also wenn schon Holland – dann wenigstens mit den Rädern.

Erste Etappe: Weesp

Liegt an der Vecht etwas südöstlich von Amsterdam. Also eine gute Ausgangsposition für alle Formen der Betätigung. Hotel an der Gracht. Viel Wasser, zwei Zugbrücken, einen Haufen Skipper auf zum Teil beachtlichen Kähnen mit und ohne Rädern an Bord, samt Hund und Sonnenschirm, Liegestuhl und Shorts. Sie gleiten, brummen, durch die Gracht dem Kanal entgegen, der sie nach Süden befördert. Vielleicht auch wollen sie auf die Vecht. Jedenfalls ist ihre Menge dazu geeignet, sich bewusst zu machen, dass die Niederlande das am dichtesten besiedelte Gebiet Europas ist. Am Ende des Kanals erhebt sich – wie einer der „dreibeinigen Herrscher“ – eine Windmühle, die das Leben zu ihrem Sockel beobachtet. Auch und vor allem die Radler (Fietser), die sich auf Fiets, Bromfiets, Snoorfiets oder Bakfiets bewegen. Die Bromfiets hört man wenigstens, während sich die anderen Fietser unhörbar heranschleichen und windschnell am überraschten Fußgänger vorbeiflitzen. Überhaupt: wer kein Fiets hat, fühlt sich irgendwie amputiert in den Niederlanden, wo alles – aber auch alles – auf die Fietser eingestellt ist.

Wenn die Fiets nicht bewegt werden, rotten sie sich in Horden zusammen und verstopfen Hauseingänge, Brückengeländer, Alleebäume – einfach jeden Zentimeter, der ihnen eine Chance gibt, angeleint zu werden. Denn ohne Leine (meist total rostige Ketten, die jeder mittelalterlichen Folterkammer genügen würden) geht nix in Holland. Man kann (gerade in Amsterdam) problemlos von der Menge an Fiets auf die Bevölkerung hochrechnen.

Die ersten Tage sind von wenigen Kilometern geprägt. Mehr als 30-40 gehen nicht. Dann streiken Beine Hüfte und Po. Das gibt sich aber glücklicherweise nach ein paar Tagen und wir schaffen doch immer zwischen 50-60 km an einem Nachmittag (früher kommen wir kaum weg). Die Landschaft zwischen Vecht und Hilversum/Amersfoort besticht durch Schlösser und riesige Villen (vor allem um Loosdrecht), tausende von Wassergräben, kleinen Flussläufen, viel Wiese und geniale Radwege. Rund um die künstlichen Lande (hier wird immer noch viel Land gewonnen, indem man das Wasser kanalisiert, vertreibt und Sand aufschüttet) sind Alleen angelegt und Deiche, die zwischen den Gewässern verlaufen. Sie bilden baumgesäumte Fietspads auf denen sich Mückenschwärme überfallartig auf die Radler stürzen. Sogar Windmühlen gibt es – und damit meine ich die historischen, die vielfach nur der Optik wegen noch Bestand haben. Jedenfalls ist der generelle Blick geprägt von: Wassergraben, Wiese, Kühe, Schafe, Bauernhaus, Windmühle und darüber – alles überragend und alles bestimmend – Windkraftanlagen. Sehen echt hübsch aus und machen viel weniger Lärm, als unsere Bürgerinitiativen immer befürchten. Ein leichtes Schnorren oder Surren vielleicht – nicht mehr als ein Snoorfiet oder ein Bromfiet.


Amsterdam
ist unbedingt mit Rad zu bereisen. Zu Fuß latscht man sich einen Wolf! Außerdem kommt man viel leichter vorwärts und ist nicht halb so gefährdet wie als Autofahrer oder Fußgänger. In Amsterdam liegen Rotlicht,- Kommerz- und Laisser-Faire-Viertel direkt nebeneinander. Und während sich im Rotlichtviertel die Damen an den hohen Fenstertüren präsentieren, sitzen die sonnenhungrigen Altstudentinnen mit ihrem Klappstuhl und einem Glas Wein lässig vor der eigenen Haustüre direkt auf dem Bürgersteig (den sowieso nur die Touristen nutzen – alle anderen fahren ja Rad). Es gibt einen Haufen Cafés – und das Tulpenmuseum (echt wahr, da lernt man, dass Tulpe von Turban kommt und die Blume nur durch die Türken nach Europa kam. Außerdem widmet sich das Museum der „Tulpen-Blase“ einer frühen Form kapitalistischen Börsencrashs. Da wurde gewettet, wie die Blüte aussieht, die aus der Knolle kommt. Menschen setzten ganze Häuser und ihr ganzes Vermögen auf Tulpenzwiebeln. Der Preis stieg, bis schließlich an einem denkwürdigen Freitag plötzlich kein einziger Käufer mehr auf dem Tulpenmarkt erschien und damit der Preis für die Blumen ins Unendliche abstürzte.) Und es gibt ein Käsemuseum, das wir aufgrund olfaktorischer Empfindungen doch lieber nicht besuchen. (Man muss nicht alles sehen).

Zurück in die Provinz, zu Windmühlen und Radwegen. Südlich von Hilversum erstreckt sich ein riesiges Waldgebiet, das es in sich hat. Auf wenigen Höhenmetern kommt man in eine zauberhafte, karge „Gebirgslandschaft“ mit Ginsterbüschen und Heidekraut. Moor und Sandkuhlen, sturmzerzausten Baumstümpfen … Man hat das Gefühl, als stünde man oberhalb der Baumgrenze oder zumindest auf dem Hochplateau des Massif Central in Frankreich. Im dichten Wald rundum begegnen sich nicht nur tapfere Radler, sondern auch Pferde (zum Teil mit fußläufigen – wohl ehemaligen – Reitern). Hier in der „Vuursche“ hat sich das niederländische Prinzenpaar hoch zu Roß vergnügt, bis Regierungsgeschäfte riefen. Jetzt ist das königliche Jagdschloss zwar noch eingezäunt und bewacht wie Fort Knox, aber auch genauso verlassen. Nur die Hochnäsigkeit der Bedienungen im überteuerten Grand Restaurant hat noch etwas verblichenen Königsodeur.

Langsam zeigen sich die ersten Muskeln und auch ein winziges Zipfelchen Meer. Schwarz und bedrohlich liegt es am Horizont. Es ist das Eemmeer (ein Wurmfortsatz des Gooimeeres). Und daher weht denn auch der Wind. Er tut es gerne und mit Vorsatz. Immer von vorne. Egal wie man fährt. Das muss eine seltsame meteorologische Besonderheit dieses Landes sein.

 

Zweite Etappe: Bergen aan Zee

Urlaub pur. Sonst nix. Riesige Dünen begrenzen Holland Richtung Nordsee. Und diese Dünen haben es in sich! Sie sind bergig (naja, ein bisschen) und sandig und durchzogen von Fietspads und Wanderwegen und es gibt sogar eine ausgiebige Mountainbike-Strecke. Zum Meer hin flachen die Dünen mit einem unendlichen Sandstrand ab. Tausende von Menschen verbringen die Sonnentage über Pfingsten hier am Strand. Blau-weiße Umkleidekabinen stehen wie Zinnsoldaten am Dünenfuß. Davor gibt es rote Sonnensegel und gelbe Schirme und einen Flickenteppich aus Badetüchern. Familien mit Kind und Kegel möblieren ihr Stückchen Sand mit allem, was in Tüten anzuschleppen ist und es sitzen Kinder aller Altergruppen (3–80 Jahre) im Sand und bauen Burgen, leiten Wassergräben um, buddeln sich ein und wieder aus und lassen die Kassen der Strandbars klingeln. Bis ziemlich genau 19 Uhr. Dann kommen die Hundebesitzer und die Strandfietser und alle, die sich vorher nicht ins Wasser getraut haben. Drei Tage lang. Danach aber ist wieder Ruhe und es reihen sich nur noch die verlassenen Umkleidekabinen brav aneinander und bewachen die Dünen, damit sie nicht in Richtung Meer abhauen, wenn keiner hinsieht.

Die Dünen kann man gut befietsen. Auch das Hinterland hat dem verrückten Radler einiges zu bieten. Besonders Alkmaar und Hoorn, wo wir und austoben. In Alkmaar steht eine Waage, zu der pünktlich jeden ersten Freitag im Monat ein Touristenspektakel (Käsemarkt) abgehalten wird. Leider versäumt. Kann man nix machen. Obwohl es soo schön sein soll… In der Fußgängerzone haben sich Zara, Deichmann und Swarovski und was sonst noch an Internationalität da ist, ausgebreitet. Aber in den kleineren Gassen hinter den Hauptgrachten findet man (naja – neben dem Rotlichtviertel) noch kleinere Geschäfte mit seltsamen Angeboten, Kunstprojekte und einiges, was dem Kommerz noch die Stirn bietet. Auf dem Rückweg (es ist Pfingstmontag) sehen wir, dass in den kleineren Orten der Bär steppt. Weit über die Wassergräben und Kanäle hört man Volksfestmusik (ja – auch nix anderes, als das, was bei uns zu solchen Gelegenheiten gehört wird). Die Festzelte sind direkt am Wasser aufgeschlagen und sobald man dran vorbei ist, ist auch der Lärm weg. (Da merkt man dann doch, dass es vorher Gegenwind gegeben hat.)

Hier im Nordwesten sind die Höfe größer, die Scheunen und Ställe riesig. Reedgedeckte Bauernhöfe mit einem Haufen Vieh, Kühen und Schafen und Katzen bevölkern die Landschaft. Tulpenbeete tauchen auf. Das touristische des Gebiets an der Vecht ist wie weggeblasen. Hier ist nichts pittoresk – hier wird Geld gemacht. (Aber irgendwoher muss der Käse ja kommen). Ein besonderes Erlebnis ist das Befahren des 25 km langen Dammes, der das IJmeer vom Markermeer trennt. Zwar ist der Damm nicht so spektakulär wie der große Abschlussdamm am Nordende Hollands. (Er wurde 1936 fertiggestellt und machte aus der rauen Nordsee eine harmlose Binnensee, um den Amsterdamer Hafen und die neu angelegten Polderflächen zu schützen.) Allein – dieser Damm reichte nicht aus. Die See war immer noch zu rau. Also halbierten die Holländer das Meer ein zweites mal und schufen den Damm zwischen Enkhuizen und dem Festland. Um es mit Obelix zu sagen: „Die spinnen die Holländer“. Wir spinnen aber nicht und haben den Damm natürlich per Auto befahren. Es gibt einen Radlweg, aber nur total Bekloppte setzen sich 25 km lang den Winden aus. Am letzten Tag regnet es. Es schüttet. Aber erst, als wir vom Radeln zurückkommen. Glück gehabt. Muss auch mal sein! So haben wir wenigstens einen wirklichen totalen Nichtstu-Tag und ich kann ausgiebig das städteplanerische Ergebnis des künstlichen Küstenortes Bergen aan Zee bewundern. Hat was – in gewisser Weise.

Die Zeichnungen/Bilder unterliegen dem Copyright der Autorin – dürfen also ohne Genehmigung nicht verwendet werden.

Weitere Informationen zum Radfahren in Holland
Link zum Tulpenmuseum in Amsterdam

Wellness für Golfer und andere Sportbegeisterte: Das Gut Weissenhof in Radstadt

26 Mär

2012 – In unterschiedlichsten Outfits präsentieren sich die Gäste am Frühstücksbuffet. Neben der Familie im Golfdress steht eine Dame mit Reitkappe an der Bioecke und unterhält sich mit ihrer Begleiterin, die sich schon passend fürs nachfolgende Match in einen Tennisrock gekleidet hat. Am Tisch nebenan werden Bergschuhe und Wanderjacke gesichtet. Sport und Wellness stehen im Fokus im 4-Sterne-Hotel Gut Weissenhof – und auch die Gesundheit. 

So vielseitig die Outfits, so umfangreich ist auch die Angebotspalette des Superior-Hotels in der historischen Kleinstadt Radstadt. „Natürlich fühlen sich Golfer bei uns wohl,“  lässt die Hoteliersfamilie Habersatter verlauten. Kein Wunder, kann man doch den Frühstücks-Cappuccino direkt am Loch 9 genießen, denn das Gut Weissenhof liegt direkt neben dem 18-Loch-Golfplatz, und es gibt ermässigte Greenfree-Preise sowie eine Indoor-Golfanlage.

Doch auch Nicht-Golfer sind im Hotel willkommen. Vor allem für Allergiker bietet sich das Resort an, denn in den exklusiven Zirben-Gesundheitssuiten kann man besonders gut durchatmen und entspannen. „Die Zirbe senkt den Herzschlag und sorgt für noch mehr Erholung,“ verrät Regina Habersatter. Beim Rundgang durch das großzügige Hotelareal offenbart sich die Vielfalt der Anlage. Im Fitness- und Bewegungsraum mit großer Glasfront und Panoramablick auf die Bergwelt werden zahlreiche Kurse angeboten. Einige Schritte weiter vergnügen sich einige Jugendliche beim Billard. Mit größeren Bällen wird in der hoteleigenen Tennishalle gespielt. Diese wiederum findet sich gleich neben der Gut-Weissenhof-Reithalle. Die staatlich geprüften Reitausbildner Josef und Marinda unterrichten von Anfängerkursen bis hin zu Dressur- oder Cavalettistunden.

Ein bisschen „Meer“ darf es auch in der hoteleigenen K&K Gutshof-Therme sein. Im großzügigen Spa- und Wellnessbereich wird das volle Relax- und Beautyprogramm geboten. Ein Ganzkörper-Salzpeeling, ein entschlackender Meersalz-Algen-Wickel oder in der Sissy-Wanne mit einem Vitalcocktail entspannen. Danach trifft man sich im beheizten Innen- und Außenpool, um mit Blick auf den Golfplatz einige Bahnen zu ziehen. Und während sich die Eltern im Sauna-Bereich auslockern, werden die Kids im Jugend- & Kinderparadies betreut.

Wer sich also eine Auszeit für Seele und Körper gönnen will, kann sich auf der Homepage des Hotels informieren:

www.weissenhof.at

Aktuell bietet das Gut Weissenhof als Aktion die „Weissenhof-Golfsafari“ vom 17. –  bis 23. Juni 2012 an. Diese ist ab € 864,– pro Person buchbar und inkludiert 6 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Verwöhnpension, 5 Greenfees auf verschiedenen Plätzen und zahlreiche Extraleistungen.


Balderschwang: Einfach mal die Seele baumeln lassen

11 Mär

Es gibt Tage, an denen einfach alles schiefläuft. An denen im Büro die Hölle losbricht, das Telefon ununterbrochen klingelt, die Kinder nerven und das Auto nicht anspringt. Das Wetter ist trüb, die Stimmung auch. Am liebsten würde man flüchten…

Warum eigentlich nicht? Eine kurze Auszeit vom Alltag kann manchmal Wunder bewirken. Wer im Süden wohnt, hat es oft nicht weit in die Berge. Also nix wie los und Koffer packen – das Wellness-Paradies liegt quasi um die Ecke und lädt zu einer kleinen Auszeit ein.

Wie wäre es zum Beispiel mit Balderschwang? Die an der Grenze zu Österreich liegende Ortschaft trägt den Titel, mit 1044 Meter ü.N. die am höchsten gelegene Ortschaft Deutschlands zu sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, Balderschwang anzufahren. Entweder man kurvt von der deutschen Seite aus über prachtvoll geschwungene, teils enge Serpentinen in die Höhe, oder man reist über Hittisau in Österreich an. Der Ort am Fuß des Riedberghorns liegt idyllisch, ruhig und ist nichts für Party-Touristen.

Im Balance-Resort „Ifenblick“ im Ortsteil Gschwend zum Beispiel versteht man unter „Animation“ geführte Wandertouren oder Yoga. Aufdringliche Animateure mit Rundum-Beschäftigungsdrang sucht man glücklicherweise vergebens. Wer einfach nur ausspannen und relaxen will, ist hier genauso richtig wie Wanderwütige, denn direkt vor dem Haus verläuft ein Wanderweg, der sowohl für nette Spaziergänge taugt als auch als Einstieg in anspruchsvolle Touren. Zwischen Kühen mit der obligatorischen Glocke um den Hals, den Bergen auf der einen und dem breiten, saftigen Tal auf der anderen Seite, führt der Weg durch würzige Bergluft durch den Tobel bis zur Ortsmitte von Balderschwang, doch auch dort kommt kein Großstadt-Hektik-Feeling auf. Statt Plastikramsch kann man auf den umliegenden Bauernhöfen selbst gemachten Bergkäse kaufen und gerauchte Wurst.

Der Wechsel der Jahreszeiten verläuft in dem langgestreckten Bergdorf oftmals schnell und extrem: Am einen Tag scheint die Sonne, am nächsten fällt schon Schnee. Während im Tal während des Herbstes zähe Nebelschwaden die Stimmung drücken, können Stressgeplagte zwischen Bergen, Wäldern und Wiesen aufatmen und selbst im Spätherbst noch wärmende Strahlen nützen – im Umkehrschluss kann einen aber auch schon Anfang Oktober die weiße Pracht erwischen.

Im Winter überlässt man den Ort und das Hotel also lieber getrost den Skifahrern. Zwischen Mai und Oktober jedoch eignet sich das „Ifenblick“ in Balderschwang ideal für die kleine Auszeit zwischendurch. Und das ist nicht zuletzt der Philosophie der Besitzerfamilie Meyer zu verdanken.

Im Hotel verwöhnt der Küchenchef die Gäste im neu umgebauten Speisesaal mit regionalen Spezialitäten vom Büffet, und wer sich etwas besonders Gutes tun möchte, kann sich nach dem „Metabolic Balance“-Prinzip beköstigen lassen. Im Wellness-Bereich des Hotels sorgen ein neuer Saunabereich mit großem Ruheraum und ein großes, wenn auch schnörkelloses Hallenbad für den zusätzlichen Abbau von Stress. Wem das nicht genug ist, der kann bei Massage und speziellen Bädern entspannen. Die Zimmer sind meist großzügig und nach Süden ausgerichtet, mit Balkon und Blick übers Tal. „Selfness“ lautet das Zauberwort für die Besucher: Wer an einer geführten Wanderung teilnehmen möchte, kann dies tun. Wer Yoga in der Gruppe üben will, für den gilt das Gleiche. Wer einfach nur für sich sein will, hat ebenfalls die Möglichkeit dazu. Das Personal des Ifenblicks steht zur Verfügung, drängt sich aber nicht auf. So findet man Zeit, um ausgiebig in einem der Bücher aus der offen zugänglichen Hotelbibliothek zu schmökern – im Wellness-Bereich, auf der Sonnenterrasse oder im großzügigen Wintergarten. Oder eine Runde zu schwimmen, während andere durch die Bergwelt marschieren. Einen Abstecher nach Österreich „um die Ecke“ zu unternehmen oder glücklichen Kühen auf der Weide zuzuschauen.

Und schon nach zwei Tagen fühlt man sich entschleunigt und erfrischt.

Hier geht’s zum Balance-Resort Ifenblick

Teneriffa – Geocaching statt Massentourismus

1 Mär

Geocaching – Wer diesem Hobby frönt, den zieht es ständig in die Natur, und zwar an meist versteckte oder ungewöhnliche Plätze. Und wer auch im Urlaub nicht darauf verzichten mag, der wird längst bekannte Reiseziele plötzlich mit ganz anderen Augen sehen.

Was, bitte, ist Geocaching eigentlich? Nun, eine moderne Art der Schnitzeljagd oder Schatzsuche. Auf der ganzen Welt verstecken Anhänger dieses Sports interessante Gegenstände an bestimmten Orten und geben die Koordinaten im Internet preis. Statt Landkarten nützt der Geocacher ein GPS-System, um die „Schätze“ zu heben. Mehr Infos zu diesem ungewöhnlichen Hobby gibt es HIER.

mosaicpunkt-Gastautorin Birgit ist selbst vom Geocaching-Virus befallen. Kein Wunder, dass sie auch im Urlaub auf Teneriffa die Finger nicht von ihrem Hobby lassen kann. Viel Spaß bei ihrem Bericht über ihren Teneriffa-Aufenthalt abseits der Strände.

Februar, Deutschland bei minus 20 Grad. Was gibt es Schöneres, als bei diesem ungastlichen Wetter dem deutschen Winter zumindest für eine Woche zu entfliehen, um an der kargen Südwest-Küste von Teneriffa das trockenere Wetter bei angenehmen Temperaturen zwischen 14 und 20 Grad zu genießen. Und weil wir vom Cache-Fieber befallen sind, haben wir die ausgetretenen Pfade verlassen und so die erstaunlichsten Plätze entdeckt.

Eine unserer Wanderungen führte uns ca. 20 Minuten lang durch einen dunklen Tunnel. Am Ende haben wir das sprichwörtliche Licht gesehen. Wir wurden mit einem gigantischen Ausblick auf den Risco Blanco belohnt. Natürlich waren wir auch im Naturpark rund um den Teide. Allerdings begnügten wir uns mit dem 2700 Meter hohen Montaña Blanca. Dort liegen „Lavaeier“ herum, die etwa fünf Meter hoch sind – und Caches liegen dort natürlich auch. Die Hinweise für die Suche lauten sinnigerweise meistens „unter Steinen“.

Auf unserer Jagd nach den verborgenen Caches stießen wir auf unglaublich viele verlassene Häuser, Höfe und Bauwerke – „lost places“ sozusagen. Im alten Pumpenwerk wohnte allerdings ganz unten noch jemand. Ein Staudamm, der nie betrieben wurde – gebaut, um zu verfallen. Aber frei begehbar – nicht abgesperrt wie hierzulande – mit zig Untergeschossen, undurchdringlich, gruselig wie Grabkammern. Es ging meterweit unter die Erde… HA! Wer bitte war schon Indiana Jones? Das hier war viel besser.

Ein weiteres Highlight: „Secret Windows“, ein Pfad an einem Hang, so steil und unwegsam, dass dieser nicht einmal für Bergziegen geeignet erscheint. Irgendwer hat dort eine mittlerweile alte Wasserleitung in den Hang getrieben. Teilweise konnte man auf ihr laufen, teilweise in ihr, teilweise neben dran. Streckenweise ging es durch Tunnel, in denen versteckte Fenster lagen. Wunderschön – und immer nah am gut 600 Meter steilen Abgrund. Der Weg erwies sich erstaunlicherweise aber immer als breit genug, so dass es nicht wirklich gefährlich war. Nur einfach unglaublich beeindruckend. Der Cache am Ende war da auf einmal völlig nebensächlich.

Eine Woche am Strand kann manchmal sehr lang dauern. Irgendwann wird einem das „In-der-Sonne-braten“ meist langweilig. Nicht so beim Cachen! Die Woche ging viel zu schnell vorüber. Am letzten Abend ging es nochmals einen steilen Hang hoch. Kargheit und Kakteen, so weit das Auge reicht. Das GPS sagt „rechts abbiegen“, das Auge sagt „Da hinauf? Never!“ Zum Glück siegt der innere Schweinehund nicht. Oben angekommen: alles grün, Kiefernwälder und ein Nadelteppich unter den Füßen. Der Cache heißt „Sunset“, weil er an eine Stelle führt, an der man zuschauen kann, wie die Sonne im Meer versinkt. Und das tat sie dann auch für uns in dem Moment, in dem wir den letzten Cache für diesen Urlaub gefunden hatten.

Reiseinformationen Teneriffa