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Mit Max Giesinger auf Konzertreise

25 Feb

 

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2019 – Im November 2018 veröffentlichte Max Giesinger sein drittes Studioalbum „Die Reise“. Seit 14. Februar 2019 ist er mit diesen wunderbaren neuen, aber auch einigen älteren Songs und selbstverständlich den großen Hits wie „80 Millionen“ oder „Wenn sie tanzt“ auf großer Deutschlandtour. Wir haben uns in München in der Tonhalle gleich beide Konzerte im Doppelpack angeschaut – kann man am Wochenende schon mal machen.

Auch wenn die Locations in den letzten drei Jahren immer größer wurden, so bleibt Max Giesinger weiterhin publikumsnah und dreht gleich mal eine Runde durch die Halle – mittendrin dabei! Das Intro überrascht mit Bildern seiner Reisen – projiziert auf eine weiße Leinwand – und seinem übergroßen Konterfei, das aus dem Off den ersten Song des Abends und auch des neuen Albums „Bist du bereit“ anstimmt. Der Vorhang fällt, die Reise beginnt. Max und seine großartige Band faszinieren das Publikum mit fetzigem Sound und einem Akustikpart, bei dem neben den klassischen Bandinstrumenten auch Melodica, Akkordeon, Cello und Klavier zum Einsatz kommen.

Zur Auflockerung gibt es zwischendurch ein paar Coversongs, die jeden Abend zufällig aus dem Rucksack gezogen werden. Wir kommen in den Genuss von „Gangsta’s Paradise“ (Coolio), „Girls just wanna have fun“ (Cyndi Lauper), „If you don’t know me by now“ (Simply Red) und „Ein Kompliment“ (Sportfreunde Stiller). Mit Konfettiregen verabschieden sich die Musiker bis zu den drei Zugaben.

Die Frage, wohin die Reise geht bzw. wo denn nun sein Zuhause ist, hat sich Max noch nicht abschließend beantwortet. Er erzählt, dass er sich mittlerweile auch mal die eine oder andere Auszeit gönnt und er sich quasi überall zuhause fühlt – beispielsweise auch in München in der an beiden Abenden ausverkauften Tonhalle.

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Unser Fazit: Zwei großartige Konzerte, die uns gutgelaunt in die Woche starten lassen. Besonders hervorheben möchten wir noch die ganz, ganz großartige Lightshow, die Tom Groß jeden Abend auf die Bühne zaubert! (ima)

Hier für euch unsere (unvollständige) YouTube-Playlist und Fotostrecken vom 23.02.19 und 24.02.19.

 

George Ezra live in der Tonhalle

28 Okt

2018 – Es ist immer wieder interessant, die Entwicklung eines jungen Künstlers quasi von Anfang an zu verfolgen. George Ezra haben wir das erste Mal im November 2014 in der (alten) Theaterfabrik in München gesehen. Damals stand er ein wenig schüchtern und sich krampfhaft an der Gitarre festhaltend auf der Bühne, hat kaum etwas gesagt und sein Programm runtergespult – trotzdem sehr gut natürlich!

Ein paar Jährchen älter und um viele Konzerterfahrungen reicher, ist er heute ein lockerer junger Typ, der in seinem besten Englisch durch den Abend moderiert, launig von der Entstehung der Songs erzählt, ein paar Späßchen macht und sich auch zu seiner Musik viel mehr bewegt. Faszinierend damals wie heute die tiefe Stimme und der spezielle, eingängige Sound. Die Songs vom neuen Album „Staying at Tamara’s“ stimmen positiv und fröhlich und regen zum Mittanzen an. Das Lächeln, das sich während der Performance, immer wieder in sein Gesicht stiehlt, zeigt, dass er den Auftritt wohl genauso genießt wie das Publikum.

Unterstützt wird George Ezra live nicht nur von Keyboard, Schlagzeug, Bass und Gitarre, sondern auch von zwei Bläsern (Trompete und Posaune). Als Support auf dieser Tour mit dabei ist Ten Tonnes mit typischer britischer Rock-/Popmusik – Ethan Barnett, wie er mit richtigem Namen heißt, ist übrigens der jüngere Bruder von George Ezra (Barnett).

Die Entwicklung werden wir weiterverfolgen, in München das nächste Mal dann am 22. Mai 2019 in der Olympiahalle. (ima)

Unsere Fotogalerie und ein paar Videos: Paradise | Hold my Girl | Budapest

Die Lange Nacht der Musik

2 Mai

2018 – Einmal im Jahr schließen sich über 100 Spielorte zur Langen Nacht der Musik zusammen: In der Münchner Innenstadt werden dann eine Vielzahl an Livekonzerten, Tanzdarbietungen, Kabarett und Führungen rund um das Thema Musik geboten. Natürlich ist es trotz der diversen Shuttlebus-Routen nicht möglich, alle Veranstaltungen zu besuchen. Wir haben uns deshalb auf zwei konzentriert…es lohnt sich aber auch, sich einfach durch die Münchner Musiknacht treiben zu lassen, um so viel wie möglich Musikalisches mitzunehmen.

GEMA – 20.00-20.45: Down&Out

P1030289Im hellen und freundlichen Foyer der GEMA eröffnen zwei sympathische Burschen vom Tegernsee den Abend mit ihrer Band Down&Out. Wer The Voice of Germany schaut, kennt die beiden. 2014 überzeugten sie in der Blind Audition Rea Garvey. Ein Highlight war damals das Battle mit dem Song „Wolke 7“. In der Musiknacht bieten die Musiker eine abwechslungsreiche, rockige Mischung aus eigenen englischen und deutschen sowie bekannten Cover-Songs. Das Einzigartige an Down&Out ist weniger die durchaus sehr gute Musik als vielmehr die wunderbar harmonierenden Stimmen von Dominik und Moritz.

Video

Alte Rotation – Pressehaus Münchner Merkur/tz – 20:00-01:30: Heimatkönig und Gil Ofarim

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tz und Rock Antenne kürten in der Alten Rotation den „Heimatkönig“. Am Bandwettbewerb nahmen zahlreiche Bands unterschiedlicher Genres teil. Die fünf Finalisten spielten ab 20 Uhr in der Location – zum Sieger wurden „Owing To The Rain“ gekürt. Mit in der Jury war auch Gil Ofarim, der als Hauptact des Abends dann um 00:15 mit seinem Konzert begann. Gil Ofarim rockt anderthalb Stunden durch die Nacht mit dem Repertoire seiner „20 Years Tour“, d. h. es gibt neue englische Songs von der aktuellen EP „20 years #1/4“, alte englische Songs vom Soloalbum „On my own“ sowie englische und deutsche Rocksongs von seinen ehemaligen Bands Zoo Army und ACHT. Das Publikum ist kein bisschen müde, sondern rockt begeistert mit. (ima)

LIVINGSTON sind zurück

26 Jan

p1000446So mancher mag sich noch an „Broken“ erinnern, den Song, welcher der international aufgestellten Rockband Livingston vor einigen Jahren zum Durchbruch verhalf. Seither ist einige Zeit vergangen, doch auch, wenn es um die aktuell vier Musiker ruhiger geworden ist: Sie sind noch da, und seit Mittwochabend sind sie auch zurück auf der Bühne. Tourauftakt war in der Kranhalle in München – und es scheint, dass ihre Fans nur darauf gewartet haben, dass Livingston es endlich wieder krachen lassen.

Es ist eine bitterkalte Winternacht in der bayerischen Hauptstadt, doch nach und nach füllt sich die angenehm temperierte Kranhalle mit Menschen. Bevor jedoch mit Livingston der Headliner des Abends die Bühne betritt, darf James Gillespie zeigen, was er drauf hat. Der gebürtige Schotte und Wahl-Londoner hat nur seine Stimme, seine Gitarre – und seinen Humor, mit dem er das Publikum schnell einfängt. Mit viel Herzblut und einer außergewöhnlichen Stimme interpretiert er eigene Songs und auch mal ein Cover, bei dem man zweimal hinhören muss, um das Original rauszuhören: Der Mann mit dem Dutt ist ein musikalischer Artist, der mit Soul in der Stimme überzeugt und den großen Applaus am Ende seines Auftritts zurecht bekommt.

Dann ist es Zeit für Livingston-Frontmann Beukes Willemse und seine Mannschaft. 2014 ist die Band zum letzten Mal durch Deutschland getourt, um ihr damals frisch auf den Markt gekommenes Album „Animal“ vorzustellen. Entsprechend ausgehungert zeigen sich Fans und Band und haben sichtlich ihre Freude, endlich wieder die Gitarren von der Leine und den Emotionen freien Lauf zu lassen. Mitgebracht haben Livingston aber nicht nur neuere Songs wie „Human“ oder „Reckless“ von „Animal“; sie haben tief im Fundus ihrer Kreativität gegraben und die eine oder andere Perle aus frühen Tagen eingepackt. „Dream or drown“, „Disease“ und „Broken“ finden sich auf der Setlist genauso wie „Like a wheel“, an dessen Beginn das Zusammenspiel von Beukes‘ hypnotischem Gesang und den sanften Klängen, die Jakob Nebel seiner Hang entlockt, eine ganz besondere Magie enfacht.

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Laute und leise Töne, kerniger Rock und sanfte Weisen: Livingston reißen ihr Publikum mit, so auch mit dem leidenschaftlich zelebrierten „Somebody“ und dem „Rausschmeißer“ am Ende, der Zugabe „Fire to fire“.

„This is like family“, ruft Beukes an diesem Abend ins Mikro. Doch irgendwann geht auch das schönste Fest zuende. Die Fans jedoch freuen sich wohl schon aufs nächste Familientreffen.

Die internationale Band mit Ursprung in London veröffentlichte in den vergangenen Jahren drei Alben (Sign Language, Fire to Fire, Animal). Die Tourneen der Band waren ausverkauft, und die Hit-Single „Broken“ brachte zahlreiche Auszeichnungen (Airplay Top20 Single, Nr. 1 und Nr. 2 in der Rock-Kategorie für Amazon und iTunes). Seit dem letzten, eigenproduzierten Album „Animal“, das „die ganze Palette von Emotionen erfasst, für die die Band immer bekannt war, welche aber noch nie so erfolgreich in einer Produktion verwirklicht wurde“, sind mittlerweile zwei Jahre vergangen, die die Band 2015 mit einer kleinen Konzerttour in Südafrika – u. a. spielten sie beim Oppikoppi Festival – und intensivem Songwriting auf Menorca verbracht hat.

Termine der Mini-Deutschland-Tour:

25.01.17 – München, Kranhalle
26.01.17 – Frankfurt, Nachtleben
27.01.17 – Düsseldorf, Stone (sold out)
28.01.17 – Hamburg, Knust
29.01.17 – Berlin, Auster Club (sold out)

In Zeiten des Live-Journalismus…

23 Jul

…wünsche ich mir die „guten alten Zeiten“ der Tatsachen-Berichterstattung zurück.

Ja, ich hatte auch den Fernseher laufen gestern Abend – nicht zuletzt, weil es um einen Anschlag in meiner Stadt, in München, ging. Aber ehrlich gesagt, war ich entsetzt über die völlig konfuse Berichterstattung um der Berichterstattung willen – egal ob auf öffentlich-rechtlichen oder privaten Kanälen. Klar wünsche ich mir möglichst zeitnah Informationen darüber was passiert ist. Aber solange niemand wirklich sicher etwas weiß, kann ich auf die stundenlange Verbreitung von Mutmaßungen, Spekulationen und Gerüchten gerne verzichten.

Informationspflicht der Medien – schön und gut, aber bitte Besinnung auf Tatsachen-Berichterstattung. Es würde meiner Meinung nach völlig genügen, zu berichten DASS und WO etwas passiert ist, man aber noch keine weiteren Erkenntnisse hat, da der Polizeieinsatz noch im Gange ist. Sobald es neue Informationen aus gesicherten Quellen gibt –sprich von der Polizei – kann und sollte man die Öffentlichkeit erneut informieren.

Wunschdenken meinerseits – ich weiß. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Will ich auch in den meisten Fällen nicht, und ich möchte auch nicht auf die modernen Medien oder eine Berichterstattung verzichten. Aber man sollte sich vielleicht mal drauf besinnen, dass man nicht immer und überall alles verbreiten muss. Übrigens hat es nichts mit Zensur zu tun, wenn man nicht alles ungefiltert in die Welt hinaus posaunt. Die viel zitierte Pressefreiheit wird nicht dadurch eingeschränkt, dass man sich an Fakten hält.

Meine Erkenntnis daraus ist, dass ich mir künftig die Freiheit nehme, mich nicht von der Nachrichtenflut überrollen zu lassen, sondern lieber mal abschalte und später den Polizeibericht lese oder mir die Pressekonferenzen ansehe.

Nach neuesten Erkenntnissen hat sich der Amok-Täter schon länger mit solchen Taten beschäftigt und wohl auch identifiziert. Amokläufer wollen immer größtmögliche Aufmerksamkeit. Wenn in so einem Fall die Berichterstattung dermaßen überzogen wird wie gestern, dann liefert man möglichen Nachahmern noch mehr Anreize.

Übrigens finde ich es auch völlig unerheblich, welcher Nationalität oder Religion ein Täter angehört, ob es sich um Terror oder einen Amoklauf handelt…was passiert ist, gestern in München und davor in anderen Städten und Ländern, ist schrecklich – vor allem für die Toten und deren Hinterbliebene sowie für die Verletzten und deren Angehörige! (ima)