Advent in Zagreb

20 Dez
Advent in Zagreb

(c) Tourismus Zagreb

Auf Einladung von Tourismus Zagreb hatten wir – zusammen mit Kongress-, Event- und Reiseveranstaltern – die Möglichkeit am dritten Advent-Wochenende die Hauptstadt Kroatiens kennen zu lernen und im 5-Sterne-Hotel Esplanade Zagreb feudal und luxuriös zu logieren, wie einst die Reisenden des Orient Express.
Unser Eindruck: Eine sehr interessante Stadt mit schönen, historischen Gebäuden, vielen Museen, einem beeindruckenden Theater, vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, einem breiten Hotel-Angebot, dichtem Trambahnnetz, schönen Cafés und guten Restaurants. Letztere sind den Kroaten sehr wichtig, da diese es lieben, sich mit Freunden auf einen Kaffee zu treffen und gegessen wird sowieso den ganzen Tag – viel zu viel, aber sehr gut! 

Die Hauptstadt des jüngsten EU-Mitgliedstaates Kroatien ist eine geschichtsträchtige und dennoch pulsierende Stadt. Durch die Jahrhunderte hat sie sich zu einem kulturell reichen und international verankerten Zentrum Mitteleuropas entwickelt. Zagreb ist geschäftlicher Mittelpunkt des Landes, Universitätsstadt, Stadt der Kultur, der Kunst und der Unterhaltung. Die Zagreber Museen bergen das historische Erbe des Landes und beeindrucken zugleich mit Innovation und Flair für die zeitgenössische Kunst, wie unter anderem das Museum der zerbrochenen Beziehungen beweist. Zagreb ist reich an Parkanlagen und Spazierwegen mit zahlreichen Ausflugsorten in der Umgebung. Der Naturpark Medvednica – die „grüne Lunge“ Zagrebs – liegt in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt und birgt neben acht Waldreservaten auch zahlreiche Kulturdenkmäler. Stadt und Region haben viel zu bieten.

Cazma

(c) Tourismus Zagreb

Im Advent ist die Stadt besonders stimmungsvoll, da Straßen und Plätze üppig in weihnachtlichem Lichterglanz erstrahlen und viele kleine Weihnachtsmärkte zum Bummeln einladen. Besonders erwähnen möchten wir noch den Ausflug ins ca. 45 Minuten von Zagreb entfernte Weihnachtsdorf in Čazma. Dort hat die Familie Salaj sich einen Weihnachtstraum erfüllt, indem sie ihr weitläufiges Grundstück jedes Jahr mit ca. 1,4 Millionen Lichtern schmückt. In allen denkbaren Farben glitzert und blinkt es – schlicht überwältigend…überwältigend kitschig und trotzdem wunderschön! Ein glitzerndes Märchenwunderland, das mittlerweile jedes Jahr von ca. 60.000 Menschen bestaunt wird. Ganz in der Nähe, in Šumećani, lohnt sich die Einkehr auf dem agrotouristischen Landgut der Familie Kezele, die ihre Gäste mit hausgemachten Spezialitäten der Region und Folklore bewirten und unterhalten.

Unser Fazit: Zagreb ist eine Reise Wert – sicher nicht nur im Advent! (ima)

Ein paar nützliche Links:
Tourismus Zagreb, Advent in ZagrebEsplanade Hotel Zagreb, DoubleTree by Hilton, Restaurant Gallo Zagreb, Restaurant Vinodol Zagreb, Weihnachtsdorf in Čazmaagrotouristisches Landgut der Familie Kezele

Abmahnung aus der Zukunft

10 Dez

Ich bin ja allerhand Spam-Mitteilungen gewöhnt. Da werden Mittelchen zur Penisvergrößerung angeboten, eine angebliche alte Brieffreundin aus Kindertagen meldet sich, Paypal behauptet, mein Konto sei geknackt worden – aber was heute in meinem Postfach gelandet ist, schlägt doch alles.

Eine Rechtsanwaltsgesellschaft aus Bayern will Kohle von mir. „Grund unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus begangene Urheberrechtsverletzung an dem Werk Amandas secrets“ lautet die Begründung. Ich soll auf einer ominösen Seite  im Netz gesurft sein und – böse, böse – das unbekannte Werk dabei „gestreamt“ haben. Es folgen bergeweise Belehrungen und Paragrafen. Ein Blick auf meine angebliche IP-Adresse offenbart jedoch: alles nur Fake, die Nummer stimmt nämlich nicht.

Gäbe es noch einen letzten Zweifel, wäre der allerdings mit Blick auf das Datum der angeblichen Verfehlung endgültig ausgeräumt. Die Tat soll ich nämlich am 29. Dezember begangen haben. Ein Gruß aus der Zukunft? Eher ein Fall für den – virtuellen – Papierkorb…

Es weihnachtet bald

16 Nov

81xpQIwdiXL._SL1200_Zwei Wochen noch, dann ist schon der erste Advent. Kein Wunder, dass  auch bald die CDs mit Weihnachtsliedern in den Regalen stehen. In einer Woche (VÖ 22.11.13) gibt’s eine neue Scheibe mit dem Titel „My Christmas Classics“ vom Newcomer Michael Schulte. Darauf finden sich Weihnachts-Klassiker von Silent Night über Jingle Bells zu White und  Last Christmas. Die Lieder kommen in modernem Gewand mit Schlagzeug und Gitarre daher und werden getragen von Michaels schöner, klarer Stimme. Besonders hervorzuheben wäre die Eigenkomposition „What Christmas is about“ – so kann ein Weihnachtslied also auch klingen. Uns gefällt’s. (ima)

Auf Michael Schultes Facebook-Page kann man schon alle Songs vorab hören.

Erhältlich ab 22. November 2013 in den üblichen Portalen wie z. B. Amazon, iTunes, etc.

No Woman, no Drive

28 Okt

Daumen hoch für Hisham Fageeh! Was, den Namen habt Ihr noch nie gehört? Dann wird es Zeit. Hisham ist nach eigener Aussage Künstler und Sozialaktivist – und er kommt aus Saudi-Arabien. Dieses Land macht derzeit Schlagzeilen, weil es der letzte Fleck auf Erden ist, auf dem es Frauen verboten ist, Auto zu fahren.

Die Gründe dafür sind hanebüchen. Die abstruseste Theorie: Autofahren könnte die weiblichen Eierstöcke schädigen! Tja, wenn man’s genau betrachtet: Die Geburtenrate in den westlichen Staaten geht ja permanent zurück. Trotzdem: Das Autofahren wird wohl eher nicht der Auslöser dafür sein. Der eigentliche Grund für das Fahrverbot liegt wohl eher in dem Wunsch saudi-arabischer Männer begründet, jeden Schritt der Ehefrau, Tochter oder Schwester überwachen zu können.

Doch die saudischen Frauen haben die Nase voll: Seit Tagen machen die selbstgedrehten Youtube-Videos von autofahrenden Frauen in dem Golfstaat die Runde. Das Regime ist in Aufruhr, die Welt schaut hin. Egal, wie die Sache jetzt ausgeht: Der Grundstein für die Emanzipationsbewegung in Saudi-Arabien ist gelegt und wird auf Dauer nicht zu stoppen sein!

Zurück zu Hisham Fageeh. Der will nun den Beweis antreten, dass es auch in seiner Heimat andere Männer gibt – Männer, die sich kritisch mit dem Thema „Fahrverbot für Frauen“ auseinandersetzen, Männer, die wissen, wie man mit Humor und Ironie umgeht. Deshalb hat Hisham, der in den USA studiert hat, ein Video gedreht, das einerseits nachdenklich stimmt, andererseits aber vor allem eines ist: witzig!

Bretagne: Das Finistère – das Ende der Welt?

17 Sept

Unsere Gast-Autorin Gisela Goblirsch-Bürkert war kürzlich in der Bretagne, genauer in Roscoff am Ende der Welt – oder doch eher am Kopf der Erde, am Anfang des Festlandes? Alles eine Frage der Perspektive:

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Das Finistère – finis terrae – das Ende der Welt. Die Menschen dort sehen es anders. Sie nennen den Landstrich den „Kopf der Erde“. Von uns aus gesehen ist der nördlichste Zipfel der Bretagne tatsächlich das Ende unseres Kontinents. Für die Briten, die jedes Jahr im Sommer von Wales aus nach Roscoff am Nordwestende der Bretagne übersetzen, ist das Finistère der Anfang des Festlandes. Und es kommen viele. So viele, dass die Schiffslinie „Brittany Ferries“ tatsächlich eine Gemeinschaftseinrichtung der Iren und Bretonen ist.

Zwei Häfen und viele Briten
Roskoff-Ebbe-3-webDie Schiffe, die zweimal wöchentlich mit frischem Gemüse und Lebensmitteln beladen den Weg nach England und Irland antreten, nehmen auf dem Rückweg die Briten mit nach Frankreich. Der Handels- und Verkehrsweg ist alt. Von hier aus soll schon Mary Stuart die Überfahrt nach Schottland angetreten haben. Und ihr Erbe ist in Roscoff noch spürbar. Im „Hôtel de Marie Stuart“ beispielsweise, das direkt am alten Hafen liegt. Dieser Hafen hat heute nur noch Bedeutung für die Masse der Fischkutter und Ausflugsdampfer, denn zweimal pro Tag verabschiedet sich das Meer und lässt ein trockenes Hafenbecken zurück, in dem die Kutter auf ihren Schwertern am Kai lehnen, als wären sie besoffen. Die kleineren Boote liegen wie Fische auf dem Trockenen zwischen Algen und Sand und man kann ihnen beinahe ansehen, wie sehnsüchtig sie auf die Flut warten. 

Roskoff-Flut-6-webNach 6 Stunden und 25 Minuten schwimmt die ganze Flotte wieder fröhlich sechs bis sieben Meter über Grund. Das ist das Erstaunliche an diesem Tidenhub. Ist das Becken gefüllt, kann man sich nicht vorstellen, wie es ohne Wasser aussähe. Und liegen die Boote auf Grund kann man sich nicht vorstellen, dass jemals Wasser in diesem Hafenbecken war. Selbstverständlich ist dieser Tidenhub für den großen Schiffsverkehr eher unbrauchbar, weshalb der moderne Hafen weiter im Norden liegt, weit weg vom historischen Roskoff.

Toureau-92-kleinDie Tide hat auch Auswirkungen auf den Personenverkehr. Die Ausflugsdampfer zum Château de Toureau legen entweder direkt am Hafenkai ab oder 600 Meter weiter in einem Seitenarm, wo das Wasser noch gerade eben schiffbar ist. Eine imposante Brücke führt schnurgerade hinaus aufs Wasser. 600 Meter lang und bei Sturm ein Ort, an dem man sich (auch mit erheblichem Übergewicht noch) fast waagrecht gegen den Wind lehnen kann.

Für Feinschmecker
Zeichnung-Kirche-von-RoskoffRoscoff bietet einen kompletten Überblick, über alles, was das Finistère ausmacht: Der mächtige Kirchturm ragt wie ein Mahnmal Gottes in den Himmel und der dunkelgraue Granit mit seinen durchscheinenden Turm-Verzierungen gibt ihm den Anschein, als sei er von Seepocken überzogen, verwittert oder mit dunklem Faden gestickt. Zu seinen Füßen schmiegen sich kleine Gässchen mit den Spezialitäten-Läden. Kouin Amann – die butterige, klebrig-zuckrige, in vielen Lagen geschichtete und mit Äpfeln, Himbeeren oder anderem Obst verfeinerte Kuchenspeise der Bretagne liegt in vielen Schaufenstern, wird zum Teil auch frisch gebacken und ist das Maximum an Fett und Kohlenhydraten. Natürlich schmeckt sie fantastisch. (Das ist aber keine Entschuldigung für maßlosen Genuss!) Dazu gibt es ein sagenhaftes Angebot an bretonischem Weißbier. Einige Sorten sind so gut, dass sich die bayerischen Brauer noch was abschauen könnten. Sie schmecken bierig herb, aber mit einer Fruchtnote, wie beispielsweise der Cidre, den man selbstverständlich in unzähligen Abfüllungen bekommt. Überhaupt schmeckt alles im Finistère ein bisschen fruchtiger: der traumhafte Honig (es gibt viele „Miellierien“ an der Nordküste, das Bier, der Cidre. Und sogar die Garnelen, die Krebse und der bretonische Hummer sind einfach nur sensationell fein. Mit einem Blick auf die neuen Baguette-Sorten (vielfältiger und als Körner-Baguette sehr aromatisch) schließe ich diesen Absatz – nicht ohne im Gegensatz dazu auf die Fish & Chips-Bude hinzuweisen, die direkt am Hafen die ankommenden Briten mit einem Hauch englischer Küche versorgt. Glücklicherweise hat sogar dieses anglophile Angebot den Geschmack Frankreichs. Also man kann die Fritten und auch den Backfisch mit Genuss vertilgen und benötigt dazu keinen Essig, wie er in GB üblicherweise dazu gereicht wird.

Der botanische Garten
Blüte-3-webKaum ein botanischer Garten hat mich so amüsiert, wie der von Roscoff. Er ist relativ neu – erst rund 60 Jahre alt, aber dafür mit so viel Liebe angelegt, dass man aus dem Fotografieren nicht heraus kommt. Mit Kakteen-Haus, Fischteich samt Schildkröten, hölzernen Rast-Ecken und als Höhepunkt ein hoher Aussichtsfelsen, von dem aus man die herbe „Schönheit“ des Hafens und des umliegenden Industriegebiets betrachten kann. Trotz dieser Einschränkung sollte man sich zwei Stunden Zeit nehmen für diesen Garten und bitte beachten, dass er mittags schließt. Besonders ist der Pflanzenverkauf am Ausgang des Gartens. Da findet man herrliche Kakteen und viele Nutz- und Zierpflanzen, Kräuter und mehr.

Fotos und Zeichnungen: Copyright by Gisela Goblirsch-Bürkert

Links zu Finistère:  Roscoff Tourisme  |   Finistère Tourisme  |  Finistère Virtuell  |  Jardin exotique & botanique à Roscoff