Zitat

Bücher und Musik – eine anregende Kombination

12 Okt

Wir haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und einen Rundgang auf der Frankfurter Buchmesse 2014 mit dem Besuch des Tourabschlusskonzerts von Max Giesingers „laufen lernen“ Tour im Frankfurter Bett kombiniert. Das ist zwar einerseits eine sehr gute Idee, weil wir Bücher und Musik lieben, andererseits eine eher schlechte, weil die Füße schon nach einem halben Messetag ziemlich platt sind. Aber bei Live-Musik wird man dann auch schnell wieder munter.

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Da es unser erster Besuch auf der Buchmesse gewesen ist, war natürlich alles sehr aufregend, beeindruckend und interessant. Man kann an den Ständen in der Vielzahl an neuen Büchern schmökern; wenn man Glück hat, erwischt man die eine oder andere Diskussion oder Signierstunde – oder man begibt sich zu den Lesungen ins Lesezelt und genießt dort Momente der Ruhe im Trubel der Messe. Ein wenig schade – aber für den Geldbeutel wohl besser – fanden wir, dass man an den Fachbesucher- und Pressetagen leider keine Bücher kaufen kann, das geht nur am Publikumswochenende bzw. am letzten Messetag, dem Sonntag. Wer Bücher liebt und die Gelegenheit hat, dem empfehlen wir auf jeden Fall einen Besuch auf der nächsten Buchmesse in Frankfurt!

DSCN9768Am Abend dann das Tour-Abschlusskonzert von MAX GIESINGR in der Frankfurter Location „Das Bett„. Gut vier Wochen war Max mit seiner Band und dem via Crowdfunding finanzierten und realisierten ersten Album „laufen lernen“ auf Deutschland-Tour – mit einem Abstecher nach Wien. Es war nicht seine erste, sondern bereits seine dritte Tour, aber mit dem ersten eigenen Album im Gepäck war es natürlich trotzdem etwas ganz Besonderes – für den Künstler ebenso wie für seine Fans. „laufen lernen“ symbolisiert den steinigen Weg bis zur Realisierung dieses abwechslungsreichen Albums und markiert gleichzeitig den Neuanfang zur Erfüllung seines ganz persönlichen Traums: nämlich unabhängig und ohne Zwänge der Plattenindustrie seinen musikalischen Weg gehen zu können. Die Konzerte in 18 Städten waren bestens besucht, der Support KUULT aus Essen heizte jeweils ordentlich ein, und es machte einfach nur unbeschreiblich viel Spaß, den versierten Musikern, den ausgefeilten Intros und Arrangements und den mit einfühlsamer Stimme vorgetragenen Liedern des Singer/Songwriters Max Giesinger zu lauschen – oder mitzusingen und abzudancen. (ima)

Nächste Gelegenheit Max & Band mit Special Guests zu erleben: Beim Jahresabschlusskonzert Max Giesinger & Friends, am Samstag, 27.12.2014, 20:00 Uhr im Tollhaus in Karlsruhe.

Haltung

16 Jul

Besser könnten wir über das Sommermärchen 2014 nicht berichten, drum versuchen wir es gar nicht erst! Toller Artikel!!

Avatar von Christian BuggischChristian Buggischs Blog

Selten habe ich einer Mannschaft so sehr den Weltmeister-Titel gegönnt wie dieser deutschen Nationalelf. Fragt sich nur: Warum eigentlich?

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Sommer in der Stadt

13 Jun
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Warum nicht mal nach Zagreb? Nur eine Flugstunde von München entfernt, bekommt man als Städtereisender eine Menge geboten an Kunst, Kultur und Kulinarischem in der Stadt der Millionen Herzen. Tradition und Moderne sind in Zagrebs Altstadt und der quirligen Unterstadt symbolisch verbunden durch die Zahnradbahn, mit der man in kürzester Zeit bequem vom historischen Teil der Stadt zur Einkaufsmeile gelangen kann – und umgekehrt. Zur Tradition gehören auch gutes Essen und eine Kaffeehauskultur, die den Vergleich zur Wiener Konkurrenz nicht zu scheuen braucht. Und zum „Changing of the Guards“ muss man nicht unbedingt nach London reisen – nein, auch das erlebt man mittags in Zagrebs Altstadt vor der St.-Markus-Kirche.

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Das Stadtviertel Donji Grad (Unterstadt) liegt zu Füßen der beiden Altstadtviertel Kaptol und Gornji Grad, die auf zwei Hügeln über der Save-Ebene thronen. In der Oberstadt Gronji Grad gibt es unzählige Museen und Ateliers. Darunter traditionelle wie das „Historische Museum Kroatiens“, aber auch außergewöhnliche wie das „Museum of Broken Relationships“ – in diesem einzigartigen Museum dreht sich alles um gebrochene Herzen und Beziehungen, dokumentiert durch Erinnerungsstücke von Menschen mit Liebeskummer. Einen Besuch lohnen auch die Meštrović Gallerie in der Altstadt sowie das Museum of Contemporary Art in der neuen Südstadt.

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Unbedingt besuchen sollte man auch die kleinen Blumenmärkte und den großen Dolac Markt, auf dem täglich frisches Gemüse und Obst angeboten wird. Die Cafés und Restaurants rund um den bekanntesten Markt Zagrebs sind berühmt für ihre regionale Küche. Auf keinen Fall verpassen darf man hier die Zagreber Strudel aus Äpfeln, Käse oder Sauerkirschen. Für den städtetechnisch eher ruhigen Sonntag empfehlen wir einen Bummel über den Antiquitäten-Flohmarkt am Britanski Platz.

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Zagreb ist auch eine sehr grüne Stadt. Das sogenannte grüne Hufeisen liegt im Herzen von Kroatiens Hauptstadt. Diese Kette von Plätzen und Stadtparks wurde vom Architekten Milan Lenuzzi entworfen und erstreckt sich über weite Teile der Unterstadt Donji Grad. Im grünen Hufeisen finden Erholungssuchende überall ein ruhiges Plätzchen mitten in der Stadt, z. B. auch im zentral gelegenen Botanischen Garten.

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Ebenfalls sehenswert und eine grüne Oase ist der Mirogoj Friedhof– der Zentralfriedhof liegt auf einem Hügel außerhalb des Zentrums; er wurde 1876 angelegt, und hier ruhen viele berühmte kroatische Schriftsteller, Politiker und Musiker. Es ist einer der schönsten Friedhöfe Europas – der Kölner Architekt Hermann Bollé gestaltete die Hauptgebäude.

Nach einem Tag voller Kunst und Kultur zieht es Besucher und Einheimische am Abend ins quirlige Nachtleben Zagrebs. Ganz egal, ob Folklore oder Jazz, Stadttheater oder Klassikkonzert, in den traditionellen Bierstuben, den unzähligen Clubs, Lounges und Pubs wird man garantiert fündig. (ima)

Ein paar Restaurant-Tipps: Vinodol, Gricki Top, Okrugljak, Gallo
Stadtführungen: Zagreb Talks

Friedrich-Glauser-Preis 2014 für Judith W. TASCHLER: Die Deutschlehrerin

28 Mai
(c) Picus Verlag

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Picus, 2013 – Mathilda ist „Die Deutschlehrerin“,
Anfang 50, überdurchschnittlich engagiert und bei den Schülerinnen ihres Innsbrucker Gymnasiums ausgesprochen beliebt. Mit ihrem Oberstufen-Kurs bewirbt sie sich für ein interessantes Schulprojekt, bei dem die Mädchen für eine Woche mit einem Schriftsteller arbeiten dürfen. Überraschung und Freude sind groß, als sie tatsächlich einen Workshop mit einem berühmten Jugendbuchautor gewinnen. Für Mathilda ist es allerdings ein Schock, als sie erfährt, um wen es sich dabei handelt, denn sie kennt Xaver Sand. Sie kennt ihn sogar sehr gut. 15 Jahre war sie mit ihm liiert, sie lebten zusammen in einer schönen Wohnung, und Mathilda dachte, sie sei glücklich und es wäre für „immer“, als Xaver sie aus heiterem Himmel verließ. Eines Abends kam Mathilda heim, und er war weg. Hatte still und heimlich seine Sachen zusammengepackt und sich aus dem Staub gemacht. Natürlich wegen einer anderen Frau. Mathilda erfuhr es aus der Klatschpresse „Erfolgreicher Schriftsteller heiratet Millionenerbin.“ Sie blieb dagegen bis heute alleine.

Und nun tritt Xaver nach weiteren 15 Jahren wieder in ihr Leben. Wie soll sie damit umgehen? Ihr Kontakt beginnt mit harmlosen E-Mails, dann treffen sie sich zu einem Vorbereitungsgespräch. Während Mathilda nach all der Zeit immer noch tief verletzt ist, scheint Xaver ehrlich erfreut über ihre zufällige Wiederbegegnung, flirtet sogar ungeniert mit ihr. Sie beginnen einander zu erzählen, von ihrem jetzigen Leben, aber auch davon, wie sie ihre gemeinsame Zeit erlebt haben – und ihre Versionen decken sich keineswegs. Das Scheitern ihrer Beziehung hatte viele Gründe. Mathilda wollte ein Kind, Xaver nicht. Ein Kind bekam er dann allerdings sofort mit der anderen Frau, und dieses Kind wurde im Alter von zwei Jahren entführt und nie wieder gefunden. Seine Ehe scheiterte, Xavers Stern als Schriftsteller ging unter. Was aber ist mit dem kleinen Jakob geschehen? Eine Frage, die sich zum Dreh und Angelpunkt dieses Romans entwickelt, denn Mathilda erzählt Xaver eine lange Geschichte. Erzählen konnte sie immer schon gut, schreiben auch, Xaver weiß das…Doch diese Geschichte ist anders, bedrohlich, beängstigend. Eine Geschichte darüber, was mit Jakob passiert sein könnte – und sie erzählt sie so realistisch, dass Xaver nicht mehr weiß, ob sie fantasiert oder die Wahrheit sagt. Eine Wahrheit, von der er glaubte, sie als einziger zu kennen.

Die subtile Spannung in diesem Buch ist beklemmend und wurde von Judith Taschler mit berückender Sprachkunst eingefangen. Sie wählt vielfältige Formen und unterschiedliche Perspektiven, um den Leser immer wieder neu zu informieren und gleichzeitig immer mehr zu verwirren, genauso, wie es Mathilda mit Xaver macht. Es bleibt unklar, ob sie ihm helfen, ob sie ihn quälen oder sich an ihm rächen will. In Gesprächen, Rückblenden, Briefen, E-Mails und Polizeiprotokollen, setzt sich allmählich ein Bild zusammen, das den Leser am Ende staunend zurücklässt und dazu drängt, bestimmte Szenen ein zweites Mal zu lesen. Dieses Buch hat alles, was eine gute Geschichte ausmacht: Einen packenden Plot, gelungene Identifikationsfiguren, eine herausragende Erzählweise, Spannung und ein überzeugendes Ende, fast eine Erlösung.

Ein Jahr nach Erscheinen wird „Die Deutschlehrerin“ nun mit dem „Friederich-Glauser-Preis“ ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise in der deutschen Literatur-Szene. Zurecht!

Wer noch mehr von Judith Taschler lesen möchte, dem sei „Sommer wie Winter“ empfohlen. Die Österreicherin erzählt hier im Stil eines Heimatromans und stellt eine verletzte Kinderseele in den Mittelpunkt ihres Debüts. Die Handlung legt sie, ähnlich wie später in „Die Deutschlehrerin“ wie eine Collage an: Fünf Mitglieder der Familie Winter erzählen einem Therapeuten ihre Version von einem Unfall und so entblättert sich raffiniert, kunstvoll und auch überraschend die Tragödie dieser Menschen. Zu Wort kommen die Mutter, ihre drei Töchter und der Pflegesohn der Familie, die gemeinsam einen Bauernhof mit Hotel in den Südtiroler Bergen bewirtschaften. Alexander Sommer wurde von der Familie aufgenommen, nachdem ihn seine leibliche Mutter als Baby ausgesetzt hatte. Nun heißt er Winter – Winter wie Sommer. Der Vater, von dem viel die Rede ist, fehlt als Erzähler. Irgendetwas Schreckliches ist passiert, das ahnt der Leser bereits auf den ersten Seiten. Irgendetwas, das die Familie dazu veranlasste, professionelle Hilfe zu suchen. Was, das wird erst ganz am Ende geklärt. Beim Lesen sucht man ständig nach der Lösung, und die von Judith Taschler aufgebaute Spannung entwickelt ihren ganz eigenen Sog. Das Wort Heimat verknüpft sie nicht zwangsläufig mit Liebe, Glück und Romantik, sondern auch mit menschlichem Versagen und tiefem Unglück.

Ganz aktuell ist „Apanies Perlen“ erschienen. In vier Geschichten entfaltet Taschler alle Facetten der Liebe. Von dramatisch über schauerlich bis leidenschaftlich. Und wieder bewahrheitet sich eines: In der Fähigkeit, eine Kurzgeschichte zu schreiben, zeigt sich die Qualität eines Schriftstellers, einer Schriftstellerin. Der Nobelpreis für Alice Munro hat diese, vom breiten Lesepublikum oft geschmähte, literarische Form endlich geadelt. (sst)

Alle Bücher von Judith Taschler erscheinen im Wiener Picus Verlag. „Sommer wie Winter“ auch als TB bei Goldmann. Die Deutschlehrerin. Picus 978-3-85452-692-6. 21,90 € | Sommer wie Winter. Picus 978-3-85452-671-1. 19,90 € | Sommer wie Winter. Goldmann 978-3-442-47833-0. 8,99 € | Apanies Perlen. Picus 978-3-7117-2010-8. 19,90 €

Laufen lernen mit Max Giesinger

23 Mai

album_max2_low„Laufen Lernen“ startet beschwingt mit „Kalifornien“ und augenzwinkernd witzig mit der ersten Single „Irgendwas mit L“. Der überwiegende Teil der dreizehn Songs auf dem Debütalbum von Max Giesinger ist aber – zumindest textlich – eher nachdenklich, melancholisch. Verpackt in schöne, eingängige Melodien mit sparsamer, aber eindrucksvoller Instrumentierung erzählt Singer/Songwriter Max mit seiner warmen, gefühlvollen Stimme von der ganzen Bandbreite menschlicher Gefühle: Freundschaft, Liebe, Verzweiflung, Einsamkeit, Enttäuschung. Die Sprache ist frisch und jugendlich und wenn es um die Liebe geht keinesfalls kitschig, sondern einfühlsam.

Dass dieses Album am 30. Mai nun in den Läden steht, ist nicht selbstverständlich. Der Weg bis dahin war eher steinig und schwer und wurde letztendlich durch die Entscheidung, es mit Hilfe von Crowdfunding zu versuchen, erst möglich. Damit beweisen die Fans und Supporter ein gutes Händchen und Geschmack. Es wäre unverzeihlich, wenn diese wunderbaren Lieder in einer Schublade verstaubt wären. Frei nach dem Motto „Du kannst das“ hat Max sich durchgekämpft, nicht verbiegen lassen und seine musikalische Leichtigkeit wiedergefunden.

Uns gefallen tatsächlich alle Songs auf diesem Album, besonders hervorheben möchten wir als Anspieltipps aber „Mensch ohne Farbe“, das wirklich großartige „Blutsbrüder“, „Wie Helden“ und „Wenn alles verstummt“. Aber hört es euch am besten selber an und findet eure Lieblingssongs. (ima)

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