Trend Crowdfunding – oder auch „Krautfunding“

26 Apr
(c) Thomas Godoj

(c) Thomas Godoj

Crowdfunding ist mittlerweile in aller Munde und Medien. Diese Form der Vorfinanzierung von beispielsweise Musik- und Filmprojekten wird immer beliebter bei Künstlern wie auch den sogenannten Supportern. Die größte Crowdfunding-Community im deutschsprachigen Raum, über die solche Projekte abgewickelt werden, ist Startnext. Sehr viel Aufmerksamkeit erhielt vor einiger Zeit die Vorfinanzierung des Kinofilms „Stromberg“ über Startnext. Es sollten 1 Mio. Euro gesammelt werden, um den Film zu finanzieren. In diesem Fall lief die Finanzierung über eine Mischung aus Crowdfunding (bei dem der Supporter sogenannte Dankeschöns für seine Spende bekommt) und Crowdinvesting (bei dem der Supporter im Erfolgsfall auch eine Rendite erhält). Mehr dazu in einem FAZ-Artikel.

Auch wir haben ein paar Projekte auf Startnext beobachtet: So hatte Max Giesinger vor kurzem die gewünschten 10.000 Euro zur Finanzierung seines ersten Albums „Laufen Lernen“ innerhalb eines Tages beisammen und erzielte am Ende der Finanzierungsphase sogar eine Summe von 23.755 Euro, mit der nun nicht nur das Album produziert, sondern auch Promotionaktivitäten bezahlt werden können.

Ebenfalls einen Speedstart hat diese Woche David Pfeffer hingelegt – innerhalb von nur vier Stunden hatte er die für die Produktion einer EP benötigte Summe von 8.500 Euro beisammen. Das Projekt steht derzeit bei über 12.000 Euro und läuft noch gut vier Wochen. Die Albumkampagne der Killerpilze zum „KP der guten Hoffnung“ sollte 55.000 Euro einbringen – es wurden 75.500 Euro!

Natürlich gibt es auch Projekte, die ihr Fundingziel nicht erreichen wie z. B. littlelunch – eine BIO Suppenküche, die gesunde Bio-Suppen im ökologischen Glas aus regionalen Zutaten produzieren und vertreiben will. Aber das heißt natürlich nicht, dass die Macher deshalb aufgeben. Sie schreiben: „Wie Ihr seht haben wir das Ziel bei Startnext vorerst nicht erreicht…vorerst! Denn das hält uns natürlich nicht davon ab littleluch zu starten. Wir stehen in den letzten Schritten und sind schon kräftig am Kochlöffel schwingen.“

Das nächste Projekt, das wir gespannt beobachten werden, ist die Album-Kampagne „V“ von Thomas Godoj. Er hat ambitionierte 55.000 Euro angesetzt, um sein mittlerweile 5. Album „in Eigenregie zu stemmen, und zwar mit der größtmöglichen künstlerischen Freiheit und Unabhängigkeit“. Deshalb hat auch er sich für – wie er sagt – „Krautfunding“ mit Startnext entschieden. Ab nächster Woche werden seine Supporter 75 Tage lang Zeit haben, die Summe zusammenzubringen und sich selbst eine Reihe an attraktiven Dankeschöns vom einfachen Album-Download über CD Limited Editions und limitierten Teilnahmen bei Foto-Shootings, Videodrehs, Promotion-Terminen bis hin zu verschiedenen Variationen von Wohnzimmer-Konzerten zu sichern.

Startnext hat bislang 1.607 Projekte mit insgesamt 10.101.820 Euro finanziert. Crowdfunding ist nicht neu, rückt aber immer mehr in den Fokus. Es ist eine interessante, spannende und offensichtlich erfolgreiche Art wie Künstler ihre Träume und Visionen mit der direkten Unterstützung von vielen Menschen finanzieren und realisieren können. Und seien wir ehrlich: Es ist doch ein schönes Gefühl, ein Teil eines solchen Projekts zu sein! (ima)

 

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