Archiv | April, 2013

Zweimal bis Unendlich

5 Apr

Alexander Knappe - Zweimal bis unendlichGestern habe ich nach längerer Zeit mal wieder Alexander Knappes Erstlingswerk „Zweimal bis Unendlich“ gehört.  Da fiel mir ein, dass ich dieses Album ja hier eigentlich noch vorstellen wollte… Also: „Sie ist ein Wunderwerk“, diese Scheibe [„Wunderwerk“ ist ein Titel auf dem Album]: Augen zu – eintauchen – sich von Musik, Stimme und Texten davontragen lassen – die vielen Gänsehaut-Momente einfach genießen. Mal laut, mal leise nimmt Knappe den Hörer mit auf seine Reise durch das Auf und Ab des Lebens und der Liebe. Die Texte sind poetisch, melancholisch, philosophisch, berührend, sehnsuchts- und hoffnungsvoll, optimistisch und fröhlich. Musik und Stimme bedienen die gesamte Klaviatur der Gefühlswelt – mal kraftvoll, mal zart, mal laut, mal leise.

Knappe ist ein talentierter Song-Schreiber, er hat eine gute Bühnenpräsenz, eine astreine Intonation und er kommt sympathisch rüber. Gefühlvolle Balladen stehen im Vordergrund, aber es gibt auch Uptempo-Nummern. Alle Lieder sind von den Kompositionen und der Instrumentierung her überzeugend, ob Gitarre und Schlagzeug den Ton angeben oder Klavier und Streicher. Ein stimmiges Gesamtpaket sozusagen. Platz 21 beim Einstieg in die Album Charts ist absolut verdient. Demnächst ist Alexander Knappe wieder auf Tour. (ima)

Tourtermine „Zweimal bis Unendlich“ 2013
20.04. – Lübeck, Werkhof
19.05. – St. Goarshausen, Loreley
04.06. – Unna, Lindenbrauerei
05.06. – Osnabrück, Lagerhalle
06.06. – Hannover, Musikzentrum
08.06. – Mannheim, Capitol
09.06. – Frankfurt, Das Bett
10.06. – Köln, Blue Shell
11.06. – Berlin, Frannz Club
24.08. – Harsefeld, Klosterpark Open Air

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Ein Live-Eindruck

[youtube http://youtu.be/0i5sl29ZiJk]

Charity Aktion zugunsten Parkinson Forschung

4 Apr

GitarreAlex Band – bis 2005 Lead-Sänger der US-amerikanischen Band „The Calling“ und seit 2008 auf Solo-Pfaden unterwegs – engagiert sich seit einer Erkrankung seiner ersten Frau seit Jahren für die Organisation Donate Life – trägt diesen Schriftzug sogar als Tattoo auf seinem Unterarm. Derzeit läuft auf ebay eine Aktion, bei der zugunsten der The Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research eine von allen Band-Mitgliedern signierte Konzertgitarre, die von Lead-Gitarrist Sean Kipe auf der letzten Tour und beim Aufnehmen des neuen Albums gespielt wurde, ersteigert werden kann. Die Aktion für den guten Zweck läuft noch knapp 2 Tage und liegt derzeit bei 660 $ – Tendenz steigend.

Der Anlass für diese Aktion ist leider sehr ernst und hat einen traurigen Hintergrund: Alex Band erklärte nämlich kürzlich bei seinem Auftritt in der Ryan Cabrera and Friends Show, dass er vor sechs Monaten die Diagnose Parkinson bekommen habe und ihm die Foundation for Parkinson’s Research des Schauspielers Michael J. Fox deshalb sehr am Herzen liege.

Musikalisch ist Alex Band seit ein paar Jahren solo unterwegs, mittlerweile aber wieder mit fester Band. 2010 veröffentlichte Band sein Album „We’ve all been there“ unter dem eigenen Musiclabel AMB über EMI und stellte dieses auf zwei ausgedehnten Touren auch in Deutschland vor. Mit seiner unverwechselbaren, kraftvollen und sehr emotionalen Stimme und dem inspirierenden Sound knüpft er an erfolgreiche „The Calling“ Zeiten an. Die Single „Tonight“ war Soundtrack der Serie „The Vampire Diaries“. Derzeit arbeitet Band mit seinen Musikern am zweiten Album – Titel und Veröffentlichungsdatum liegen noch nicht vor. Einen kleinen, vielverpsprechenden Vorgeschmack gab es am Ende des Auftritts in der Ryan Cabrera and Friends Show mit einem neuen Song. Man darf also gespannt sein – wir halten euch auf dem Laufenden. (ima)

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Angel’s Share – Jetzt auf DVD

3 Apr

Dieser Frühling ist ein gefühlter Winter – immer noch. Da ist die Versuchung, sich auf dem Sofa einzunisten und einen guten Film zu schauen, immer noch sehr groß. Nein, das soll keine Aufforderung sein, sich sportlichen Outdoor-Aktivitäten zu entziehen. Aber hiermit spreche ich definitiv die Empfehlung aus, sich den Film „Angel’s Share – ein Schluck für die Engel“ von Regisseur Ken Loach anzuschauen. Der ist brandneu auf DVD erhältlich und der absolute Geheimtipp für alle, die sich nicht mit Reifenquietschen und oberflächlich-platten Witzen auf der Mattscheibe zufrieden geben wollen, sondern Humor mit Tiefgang suchen, der auch die tragischen Seiten des Lebens nicht ausspart.

„Angel’s Share“ erzählt auf unnachahmlich britische Art und Weise die Geschichte von ein paar Außenseitern, schottischen Underdogs im rauen Glasgow. Der junge Robbie ist einer von ihnen. Klein, mager, im Gesicht von einer langen Narbe gezeichnet, ohne Schulabschluss, ohne familiären Halt rutscht er ab ins kriminelle Milieu. Der Film setzt mit Robbies Verurteilung zu 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit ein – seine letzte Chance vor der Endstation Kittchen. Doch Robbie will raus aus der Einbahnstraße seines bisherigen Lebens. Seine Freundin erwartet ein Kind, ihr Vater und ihre Onkel jedoch wollen den jungen Nichtsnutz loswerden, der es ihrer Meinung nach im Leben zu nichts bringen wird.

Zum Glück jedoch gibt es Harry, Sozialarbeiter, Whisky-Liebhaber und zuständig für Robbie. Er kümmert sich um den Jungen und gibt ihm eine Perspektive – wenn auch nicht die, die er beabsichtigt hatte. Denn Robbie, der zum ersten Mal in seinem Leben Whisky trinkt, hat ein Näschen für die feine Spirituose und begleitet Harry in ein paar Destillerien, wo er sein Können unter Beweis stellen kann. Mit von der Partie sind einige weitere jugendliche Straftäter auf Bewährung, die Robbie bei der gemeinnützigen Arbeit kennengelernt hat, darunter Mo, die eine begabte Taschendiebin ist und gleich mal ein paar Probefläschen diverser Whiskys mitgehen lässt. So können die jungen Leute, zurück in Glasgow, ihre Begabung testen. Naja, zumindest Robbie hat eine Begabung, und an dieser Stelle folgt eine eklige und zugleich eine der witzigsten Stellen des Films.

Als Robbie aus der Zeitung erfährt, dass in den schottischen Highlands ein Fass des teuersten Whiskys der Welt versteigert werden soll, entwirft er einen Plan, der ihn und seine Freunde in Schottenröcken mitten ins Herz der Destillerie und in ein spannendes, bei weitem nicht legales Abenteuer führt, das ihm, seiner Freundin Leonie und seinem kleinen Sohn Luke ein Leben weitab von Kriminalität und Armut sichern soll. Die vier Freunde auf ihrem Weg zu begleiten, ist ein Vergnügen – und spannend obendrein. Wird Robbie es schaffen, seine kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen? Und was hat der „Schluck für die Engel“ damit zu tun, jener Anteil des Whiskys, der während der Reifezeit auf merkwürdige Art und Weise verdunstet? Findet es selbst heraus – der Film lohnt sich definitiv, nicht zuletzt auch aufgrund der Musik, darunter auch der Kulthit „500 Miles“ von The Proclaimers.

(bb) 

Frühlingsfit trotz grauem Himmel

2 Apr
uhrGääähn… Na, wie geht es euch heute Morgen? Wurde uns doch glatt eine Stunde geklaut übers Wochenende! Schlaue Menschen haben sich die Osterwoche freigenommen und dürfen so oder so liegenbleiben. Wir anderen quälen uns aus dem Bett und zur Arbeit – wie fies! Wenn wenigstens der Frühling da wäre und uns mit milden Temperaturen und Sonne verwöhnen würde. Aber nein – auch heute dominiert wieder bleiernes Grau am Himmel.
Da kommt doch einfach alles durcheinander! Müde sind wir, unmotiviert – und untrainiert. Sonst habe ich immer die Fastenzeit genützt, um fit für die warme Jahreszeit zu werden. Doch bei der Saukälte der vergangenen Wochen – ach was, MONATE, da kamen mein Kreislauf und der sportliche Ehrgeiz einfach nicht in Schwung. Jetzt ist es höchste Eisenbahn, mit dem Bodyforming zu beginnen. Augen zu und durch: Bibbernd walke ich bei Minusgraden übers Gelände, während der kalte Wind meine Augen tränen lässt. Im Hallenbad erkämpfe ich mir eine Bahn unter den Sonntagsschwimmern und kraule zaghaft meine Runden. Und im heimischen Folterkeller warten Aeropad, Dynaband, Hantelbank, Beincurl und Butterfly darauf, ihre muskelstärkende Wirkung zu entfalten.
Auch die Küche spürt den Umschwung: Im Froster lagern nun statt Pommes mehrere Tüten Tiefkühlgemüse (ungewürzt), im Kühlschrank hat Sojamilch die Sahne verdrängt. Wenn schon, denn schon… jetzt wird körpertechnischer Frühjahrsputz gemacht! Denn eins ist mir sonnenklar: Wenn dann irgendwann der Frühling kommt, dann drängt er mit aller Macht ins Land, und wenn die Pullis und langen Hosen dann in die Ecke fliegen, offenbaren sich die Sünden des Winters mit einem Mal erbarmungslos. (bb)