Wann ist ein Comeback ein Comeback?

4 Nov

Die Castingshow The Voice of Germany geht in die zweite Runde und ein ehemaliger Teeniestar mit Weltruhm ist „plötzlich“ wieder da. Die Medien schreiben ein Comeback herbei oder zweifeln ein solches an: „Gil Ofarim versucht Comeback bei The Voice of Germany“, „Gil Ofarim startet Comeback bei The Voice“, „Ofarim-Sohn Gil will sein Comeback starten“, „The Voice of Germany: Gil Ofarim startet letzten Versuch“, „Comeback! Der Teenie-Star singt bei The Voice“, „Gil Ofarim feiert Comeback bei The Voice“.

Ob Comeback-Versuch oder erfolgreiches Comeback – allen Artikeln gemein ist die Tatsache, dass kaum recherchiert, sondern munter in die Archive gegriffen wurde, um schnell und ohne großen Aufwand jemanden in eine Schublade zu stecken, ihm ein Label zu verpassen. Wer sich ernsthaft mit dem Künstler beschäftigt, wird schnell merken, dass zwischen „Teeniestar“ und „zurück im Rampenlicht von The Voice of Germany“ nicht leerer Raum, sondern kontinuierliches musikalisches Schaffen und musikalische Entwicklung liegt.

2003 – mit 21 Jahren – legte Gil Ofarim das erwachsene, rockige Album „On my own“ vor. Mit diesem Album fiel er sogar Jon Bon Jovi auf, der ihn einlud, als Vorgruppe seiner Rockband Bon Jovi im Münchner Olympiastadion vor Tausenden von Menschen aufzutreten. 2005 wurde die Musik mit Gründung der Band „Zoo Army“ etwas härter. Das Debütalbum „507“, das die Band 2006 veröffentlichte, tendierte eher Richtung Hardrock. 2008 dann mit der neuen Band „Acht“ der Wandel zu Rockmusik mit anspruchsvollen und ansprechenden deutschen Texten. Wie dieser Wandel zustande kam, ist nachzulesen im Musiktipps24-Interview. Mit dem Debütalbum „Stell dir vor“, das in die Top 30 der Media Control Charts einstieg, spielen die vier Musiker von Acht im Oktober 2010 eine kleine Tour und im März 2011 feiern sie Erfolge als Support von Alex Max Band (ehemaliger Sänger von „The Calling“).

Da das Musikbusiness aber nicht einfach ist und auch ein bekannter Name nicht automatisch Türen öffnet, nun der Entschluss, über die anerkannte Castingshow The Voice of Germany mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. Wenn man die vielen Medienberichte liest, scheint diese Rechnung aufzugehen – auch wenn die Yellow Press sich weniger mit der Musik als mit dem Privatleben des Künstlers beschäftigt. Vom Teeniestar ist allerdings nur noch das Etikett übrig – es präsentiert sich heute der leidenschaftliche Musiker, der „gekommen ist, um zu bleiben“.

Wir wünschen Gil Ofarim auf jeden Fall die Anerkennung und Aufmerksamkeit, die er sich wünscht und die sein musikalisches Schaffen verdient und verfolgen gespannt den weiteren Weg während und nach The Voice of Germany. (ima)

Gil Ofarim auf Facebook und seine neue Website.
Fotocredit: IBO Konzert- und Bandfotografie

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