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21.000 Schritte durchs hebstliche Hamburg

28 Okt
(C) _imaphoto_ | Alsterarkaden

2024 – Das Konzert von Jack Savoretti im Kleinen Saal der Laeiszhalle am Freitagabend war Anlass genug, um mal wieder ein Wochenende in Hamburg zu verbringen. Für mich ist Hamburg (neben München natürlich) die schönste Stadt Deutschlands und somit immer einen Besuch wert. Mit dem ICE ist man von München aus bereits in 5,5 Stunden dort.

Den Stadtbummel – oder besser die Fotosafari – beginne ich am Samstagvormittag gegen 10 Uhr bei angenehmen Temperaturen und noch leeren Straßen. Vormittags ist es nebelig-bedeckt, ab Mittag reißt es auf und ist sonnig. Ideale Voraussetzungen also.
Zunächst geht es vom Hotel in der Nähe der Laeiszhalle zur St. Michaelis Kirche – besser bekannt als „Michel“. Ein Besuch im Innern der schönen Barock-Kirche ist unbedingt zu empfehlen!

(C) _imaphoto_ | St. Michaelis Kirche – „Michel“

Meine Route geht weiter über den Stadtpark Michelwiese zum Baumwall, wo früher Gruner+Jahr (jetzt RTL) residierte, runter zum Wasser. Sehen konnte man nicht weit, da es noch nebelig war. Einen Blick aufs Feuerschiff und eine Fleetfahrten-Flotte konnte ich aber erhaschen. Den Weg zu den Landungsbrücken habe ich mir gespart.

(C) _imaphoto_ | Stadtpark Michelwiese

Die nächste Etappe führt mich über Stubbenhuk, Schaartor und Deichstraße zum Mahnmal St. Nikolai. Da es für die Turmauffahrt noch zu nebelig ist, beschließe ich spontan, am Nachmittag nochmal wieder zu kommen. Also weiter zum Kontorhausviertel mit dem Highlight Chilehaus – einer Ikone des Expressionismus und UNESCO Weltkulturerbe. Die Hamburger Architektur-Ikone wurde im Jahr 1924 fertiggestellt, feiert 2024 also den 100. Geburtstag.

(C) _imaphoto_ | Chilehaus

Gleich gegenüber am Meßberg 1 liegt für die Naschkatzen unter uns das Chocoversum. Im Schokoladenmuseum kann man an einer ca. 90-minütigen Führung teilnehmen. „Die Guides zeigen, was Faszination Schokolade bedeutet – von der frischen Kakaofrucht bis zur fertigen Tafel Schokolade“, die es natürlich im Shop in vielen Variationen zu kaufen gibt.

Ein Hamburg-Besuch ohne einen Bummel durch die Speicherstadt und die HafenCity, geht natürlich gar nicht. Also nehme ich vom Chilehaus aus den Wandrahmsteg hinüber. Dieser ist gleichzeitig Aussichtspunkt auf das beliebte Fotomotiv „Wasserschloss“, ein Teekontor mit Gastronomie auf einer Halbinsel zwischen zwei Fleeten gelegen.

(C) _imaphoto_ | Teekontor Wasserschloss

Mittagspause mache ich im Überseequartier im „Wilden Fräulein“. Das ist ein Restaurant „mit deftiger Bergbauernküche mit vielfältigen Leckereien aus den Alpen“. Also gönne ich mir einen österreichischen Kaiserschmarrn in Hamburg. Frisch gestärkt bummle ich weiter durch die Speicherstadt und HafenCity. Bis ganz an die Spitze zur Elbphilharmonie schaffe ich es dieses Mal nicht. Ein Besuch derselben ist aber auf jeden Fall wegen der Architektur und der Aussicht zu empfehlen.

(C) _imaphoto_ | HafenCity

Da das Wetter mittlerweile sonnig ist, gehe ich nochmals zum Mahnmal St. Nikolai mit Auffahrt auf den 77,07 Meter hohen Turm und Rundumblick auf die City. Die Plattform oben ist zwar klein, aber da man mit dem Lift schnell oben ist, sollte man sich die 360-Grad-Aussicht nicht entgehen lassen.

(C) _imaphoto_ | Aussicht vom Mahnmal St. Nikolai

Inzwischen sind die Hamburger und Touristen aufgewacht, und in der City ist es entsprechend voll. Aber natürlich zieht es mich auch zum Hamburger Rathaus, zum Jungfernstieg und zur Binnenalster. Im Kaufhaus Alsterhaus ist im Untergeschoss bereits ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Noch ein Abstecher in die Colonnaden, dann geht es rein ins Gewühl der noblen Einkaufsstraßen und Passagen wie z. B. das Hanseviertel und den Bleichenhof.

(C) _imaphoto_ | Hamburger Rathaus
(C) _imaphoto_ | Binnenalster

Zum Abschluss gönne ich mir einen leckeren Burger bei Peter Pane mit Blick auf das Bleichenfleet. Über den Gänsemarkt geht’s zurück zum Hotel Hanseatin (Dragonerstall 11), das ich wegen der absoluten Nähe zur Konzert-Location Laeiszhalle ausgewählt hatte. Acht Stunden, mehr als 21.000 Schritte durch diese auch im Herbst wundervolle Stadt gingen wie im Fluge vorbei. (ima)

Wer noch mehr Hamburg-Fotos sehen möchte, kann sich gerne mein Fotobuch anschauen…

Alle Fotos unterliegen dem Copyright von Iris Mauch @_imaphoto_. Bitte keine Nutzung ohne Erwähnung des Copyrights. Vielen Dank.

Me Free My Way – Samu Haber

22 Okt

2024 – Me Free My Way – dies ist der Titel(song) des ersten englischsprachigen Albums (VÖ 04.10.2024) von Samu Haber als Solokünstler. Und auch die Club-Tour, die gestern Abend im Backstage Werk in München ihr deutsches Abschlusskonzert verzeichnete, läuft unter diesem Titel. Warum auch immer Samu Haber sich mit seiner Band Sunrise Avenue nicht mehr frei gefühlt hat und nun – zunächst auf Finnisch, dann doch wieder auf Englisch – seinen eigenen Weg geht, muss nur er verstehen. Die Musik hat sich auf jeden Fall nicht wirklich verändert und die sanfte, dunkle Stimme sowieso nicht, und das ist gut so.

Die Setlist umfasst alle 15 Songs des neuen Albums plus zusätzlich den Song „Hometown Gang“. Es ist eine Mischung aus Uptempo-Nummern im Stile von Sunrise Avenue wie „Dancing With A Broken Heart“ oder „Gimme Your Hand“ und gefühlvollen Balladen, die Samus Stimme voll zur Geltung bringen, wie z. B. „Who Do I“. Die textsicheren Fans sind auf jeden Fall nach wie vor am Start und bilden eine eindrucksvolle Kulisse im vollbesetzten Backstage Werk.

Samu performt bei dieser Club-Tour nicht nur wie gewohnt auf der Gitarre, sondern begleitet zwei seiner neuen Songs auch am Klavier. Die anderthalb unterhaltsamen Stunden gingen auf jeden Fall wie im Flug vorbei.

Man darf der Band Sunrise Avenue immer noch nachtrauern, man darf aber auch den Solokünstler Samu Haber feiern und sich nach dem Appetithappen „Club-Tour“ auf seine große Open-Air-Tour im Sommer 2025 freuen, die ihn auch wieder nach München – aufs Tollwood Sommerfestival – führen wird. (ima)

Hier sind ein paar weitere Fotos und Videos verlinkt…

Die Sommer-Tour-Termine 2025:

  • 06.06.2025 – Hannover NDR 2 Plaza Festival
  • 07.06.2025 – Bassum Bassum Open Air
  • 19.06.2025 – München Tollwood Festival
  • 20.06.2025 – Ulm Klosterhof Wiblingen
  • 21.06.2025 – Erfurt Messe Open Air
  • 27.06.2025 – Rastatt Ehrenhof des Schlosses
  • 28.06.2025 – Meersburg Schlossplatz Meersburg
  • 19.07.2025 – Emmendingen I EM MUSIC
  • 20.07.2025 – Saarbrücken SB Open Airs am E-Werk
  • 22.07.2025 – Mainz Volkspark
  • 23.07.2025 – Bonn Kunst!Rasen
  • 25.07..2025 – Stuttgart BÜRGER Freilichtbühne
  • 31.07.2025 – Füssen Barockgarten am Festspielhaus Füssen
  • 01.08.2025 – Ebern Schloss Eyrichshof Open Air
  • 07.08.2025 – Wiesmoor Freilichtbühne Wiesmoor
  • 08.08.2025 – Lüneburg Lüneburger Kultursommer
  • 09.08. 2025 – Chemnitz Wasserschloss Klaffenbach
  • 15.08.2025 – Northeim Waldbühne Northeim
  • 16.08.2025 – Halle (Saale) Peißnitzinsel Open Air
  • 26.08.2025 – Bochum Zeltfestival Ruhr
  • 27.08.2025 – Gießen Kloster Schiffenberg / Gießener Kultursommer
  • 12.09.2025 – Timmendorfer Strand Stars am Strand

Besuch der Landesgartenschau Kirchheim 2024

25 Sept
(c) _imaphoto_

2024 – Zusammen.Wachsen. schafft Verbindungen zwischen allem, was uns wichtig ist.“ Unter diesem Motto läuft seit Mai und noch bis Anfang Oktober die Bayerische Landesgartenschau in Kirchheim. Im neuen Ortspark zwischen Kirchheim und Heimstetten bietet die Gartenschau auf knapp 14 Hektar Fläche mehr als 90 Ausstellungsbeiträge und über 3.500 Veranstaltungen. Das „Erlebnis Landesgartenschau“ gibt es erstmals in der Region München. In München selbst gab es bereits die IGA 1983 im Westpark und die BuGa 2005 in Riem – diese Flächen dienen seither als Naherholungsgebiete für die Städter. Auch die Bewohner von Kirchheim/Heimstetten dürften sich an der neuen Park- und Seenlandschaft in unmittelbarer Nachbarschaft künftig erfreuen.

Wir haben herrliches Wetter für unseren Rundgang über das Gelände erwischt, und an einem Werktagnachmittag war die Besucherzahl angenehm überschaubar. Jahreszeitbedingt gibt es leider nicht mehr allzu viel Blühendes, aber das Konzept scheint sowieso eher auf „Wald und Wildnis“ ausgelegt – siehe Geländeplan.

(c) _imaphoto_

(c) _imaphoto_

Zwei Kritikpunkte haben wir: Da der Park nicht allzu groß ist, kann man ihn ohne Probleme in zwei, drei Stunden an einem Nachmittag genießen. Eine Halbtageskarte wäre also wünschenswert und besucherfreundlicher als das teure Tagesticket, das man kaufen muss.
Eine totale Fehlplanung aus unserer Sicht ist leider der Aussichtspunkt „Park-Kanzel“ – ein beeindruckendes, per Stufen zu erklimmendes Gebilde. Oben angekommen stellt man jedoch fest, dass bis auf ein klitzekleines Eckchen von der Parklandschaft (wegen der Bäume im Vordergrund) nichts zu sehen ist.

Alles in allem ist dieser neue Park aber sehr schön angelegt und die Wasserlandschaft ein Traum. Wer noch nicht dort war: ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall – allerdings müsst ihr euch jetzt schnell dafür entscheiden, bevor die Ausstellung am 6. Oktober ihre Pforten schließt.

(c) _imaphoto_

Weitere Fotos sind hier verlinkt…

Alle Fotos unterliegen dem Copyright von Iris Mauch @_imaphoto_. Bitte keine Nutzung ohne Erwähnung des Copyrights. Vielen Dank.

„KAOS“ auf dem Olymp

31 Aug
(c) NETFLIX

2024 – Eigentlich ist das Wetter zu schön, um den Fernseher anzumachen. Doch es kann sich lohnen, die Neuerscheinungen im Streaming im Auge zu behalten. Frisch bei Netflix im Angebot: „Kaos“. Das verbirgt sich hinter dem Titel der achtteiligen Serie:
Ja, die griechische Mythologie hat es in sich: Da finden sich Geschichten, die die Fantasie jedes Soap-Opera-Schreibers sprengen. Mord, Totschlag, sexuelle Gewalt und ordentlich Tragik bilden die Regel und nicht die Ausnahme. Kein Wunder, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Buch- und Drehbuch-Autoren an mehr oder weniger zeitgemäße Modifikationen des Stoffes gewagt haben. Das neueste Werk im Netflix-Streaming heißt „Kaos“ und verlegt den Olymp und seine Bewohner in die Gegenwart. Die Serie greift in die Vollen, mixt Drama mit einer ordentlichen Portion Komik und Ironie.

Und, ach, die Götter sind doch auch bloß Menschen, oder? Der egozentrische Götter-Vater Zeus (Jeff Goldblum) ist ein miserabler Daddy für seine zahlreichen Kinder, seine kaltherzige Ehefrau Hera (Janet McTeer) lauscht gerne den Sünden der Sterblichen und verwandelt Nebenbuhlerinnen in Bienen, deren Honig sie genussvoll aufs Frühstücksbrötchen träufelt. Zeus‘ Sohn Dionysos (Nabhaan Rizwan), Partygänger und Lebemensch, sehnt sich nach der Anerkennung des Vaters und einer sinnvollen Aufgabe, und Meeresgott Poseidon (Cliff Curtis)… nun ja, auch er ist nicht gerade das, was man einen angenehmen Zeitgenossen nennt.

Drunten auf der Erde, unter den Sterblichen, geht es nicht besser zu. Den begnadeten Sänger Orpheus (Killian Scott) macht Show-Creator Charlie Covell (The End Of The F**king World) zum angehimmelten Rockstar, seine Ehefrau Eurydike (Aurora Perrineau) steckt in einer Liebeskrise, und Ariadne (Leila Farzad), die Tochter von Staatschef Minos (Stanley Townsend) steht wegen eines tragischen Ereignisses in ihrer frühesten Kindheit mächtig unter Druck.

Als am „Olympia“-Tag die Enthüllung eines den Göttern gewidmeten Kunstwerks Anrüchiges zutage fördert und den Zorn des Zeus auf sich zieht, als der Göttervater eine Falte auf der Stirn entdeckt und darin ein Zeichen für den Beginn der Erfüllung einer ungeliebten Prophezeiung zu erkennen glaubt, setzt sich das „Kaos“ in Gang. Die Schicksale von Menschen und Göttern verweben sich, die Geschichte nimmt Fahrt auf in eine unbekannte Richtung, immer kommentiert von dem zur Strafe für schlechtes Benehmen von Zeus an eine Felswand geketteten Prometheus (Stephen Dillane), der auf die Revolution hofft, während ein Adler ihm täglich aufs Neue die Leber aus dem Leib pickt…

Die nicht ganz mythologiegetreue, aber herrlich unterhaltsame Story besticht mit tollen Darstellern und Laune machenden Dialogen, ohne die Grausamkeit der Götter auszusparen. Flankiert wird das Ganze von einem Soundtrack, wie er besser nicht sein könnte – angefangen bei „Money for nothing“ von den Dire Straits über Abbas „Gimme Gimme Gimme“ und „The Passenger“ von Siouxsie & The Banshees sowie vielen weiteren Songs bis hin zu Ausflügen in die Klassik mit Musik aus dem „Barbier von Sevilla“. 

Ein besonderes Highlight bildet das von Orpheus-Darsteller Killian Scott selbst gesungene Stück „Eurydice“, das seine Serienfigur seiner Ehefrau und Muse widmet. Scotts Stimme geht sofort ins Ohr; die flotte Rock-Ballade stammt aus der Feder von Bastille-Sänger Dan Smith und hat echte Ohrwurm-Qualitäten.

Fazit: Fans des Genres und allen, die es werden wollen, sei „Kaos“ ans Herz gelegt – schon allein des großartigen Soundtracks wegen.

Anspieltipp: „Eurydice“

Im Farbenrausch mit Coldplay

19 Aug

2024 – Wir hatten das Glück für die dritte Show der „Music of the Spheres“-Worldtour von Coldplay im Münchner Olympiastation noch Tickets zu ergattern und sind absolut geflasht: Was für ein Mega-Konzert, dem auch der anhaltende Regen nichts anhaben konnte. Das von den Leuchtarmbändern erzeugte Lichtermeer – das ist absolut gigantisch! Mir ist es zwar immer noch ein Rätsel wie die das steuern und sogar Herzen oder Blumen hinbekommen, aber sei’s drum, es ist einfach wunderschön. Seit dem letzten Konzert in München 2017 haben sie die Choreografie auf jeden Fall weiter optimiert, so dass man fast das gesamte Konzert über ein buntes Farbenmeer vor Augen hat.

Die Musik von Coldplay spricht sowieso für sich – ich mag diesen hymnischen Sound. Schön ist auch, dass sie immer noch die alten Klassiker wie Yellow und Fix You mit im Programm haben, aber auch das brandneue #feelslikeimfallinginlove. Das Konzert ist musikalisch in vier „Akte“ geteilt, und zwar: Planets, Moons, Stars und Home (siehe Setlist). Optisch und akustisch eine absolut beeindruckende Show!

Eigentlich müsste man mehrere Konzerte dieser Tour anschauen, um alle Details von Leuchtarmbändern, bunten Luftballons, Konfetti, Feuerwerk und Musik so richtig aufnehmen zu können. Die zwei Stunden gingen auf jeden Fall wie im (Farb-)Rausch vorbei. Unbedingt empfehlenswert! (ima)

Ein paar Fotos haben wir natürlich auch gemacht…

Der äußerst lesenswerte Artikel von IN München beschreibt das Phänomen Coldplay ziemlich treffend:

Einst gestartet als relativ brave Britpopband gelang dem britischen Quartett eine beispiellose Karriere: Anfangs noch als die neuen U2 gefeiert, setzten Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman schon bald ganz eigene musikalische Maßstäbe, vermischten Radio-Mainstream- und Pathospop mit Weltmusik, HipHop und R&B, immer gekrönt von der markanten Stimme Chris Martins, der sich vom schüchternen Sänger am bunt bemalten Klavier zum Zeremonienmeister einer globalen Kindergeburtstagsparty zur Weltrettung gewandelt hat, die er nun seit bald zwei Jahren mit seinen Kollegen unter dem spirituell aufgeladenen Motto „Music Of The Spheres“ in größerer Runde feiert.